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Kultur
05/18/2021

Italienischer Liedermacher Franco Battiato gestorben

Er veröffentlichte mehr als 40 Alben, malte und komponierte Opern und nahm 1984 am ESC teil.

Der italienische Liedermacher Franco Battiato ist am Dienstag im Alter von 76 Jahren in Milo auf Sizilien gestorben. Dies teilten seine Familienangehörigen mit. Demnach war er schon seit längerer Zeit schwer krank. Bekannt war Battiato wegen seiner Fähigkeit, Pop mit Barockmusik und Oper mit Rock zu vermischen. Dabei kommentierte und ironisierte er Kultur und Gesellschaft. Darüber hinaus war er wegen seiner esoterischen Interessen bekannt.

In seiner Karriere veröffentlichte Battiato mehr als 40 Alben, dazu malte er, komponierte Opern und drehte Filme. Immer wieder bezeugte er, beim populären Songfestival von San Remo genauso zu Hause zu sein wie auf Opernbühnen. Der musikalische Grenzgänger sang italienisch, rezitierte arabisch und spielte mehrere Instrumente.

Durchbruch mit "La Voce Del Padrone"

Battiato kam 1964 aus seiner Heimat Sizilien nach Mailand, um dort als Musiker Fuß zu fassen. Zunächst arbeitete er mit dem Liedermacher Giorgio Gaber zusammen, seine ersten solistischen Versuche waren unterdessen von wenig Erfolg gekrönt. In den 70er Jahren ging er ins Ausland, wo er mit Brian Eno arbeitete. So begann er auch, sich mit elektronischer Avantgarde zu befassen.

Battiatos erstes Album erschien 1971 unter dem Titel "Fetus". Mit "La Voce Del Padrone" erreichte er 1982 den Durchbruch als Rockmusiker; es war das erste Album auf dem italienischen Markt, das mehr als eine Million Kopien verkaufte. Weitere Bestseller folgten. Lieder wie "Bandiera bianca" und "Centro di gravitá permanente" waren wochenlang in den italienischen Hitparaden.

Mit Alice beim Song Contest

Zusammen mit der Sängerin Alice trat Battiato 1984 beim Eurovision Song Contest mit dem Lied "I Treni Di Tozeur" für Italien auf. 1987 erschien mit "Genesi" seine erste Oper, und er komponierte zudem Film- und Ballettmusik. Seine Zusammenarbeit mit dem Philosophen Manlio Sgalambro verlieh den Texten Tiefe mit oft versteckten Verweisen auf Werke von Emil Cioran, Friedrich Nietzsche und anderen Autoren.

Battiato war auch als Filmemacher tätig. So veröffentlichte er 2003 den Film "Perdutoamor". 2005 erschien sein zweiter Film "Musikanten" über Ludwig van Beethoven, der auch bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig in der Sektion Horizonte gezeigt wurde.

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