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© ImPulsTanz/© Marc Coudrais

Kritik ImPulsTanz
07/30/2013

Zwillinge im Weltall

Mathilde Monniers "Twin Paradox" beim ImPulsTanz-Festival.

Prominente Tänzerinnen und Tänzer traten in Mathilde Monniers „Twin Paradox“ am Montag bei ImPulsTanz im Volkstheater auf, darunter die Choreografin und Cédric Andrieux, früher Tänzer bei Merce Cunningham. Jérôme Bel hat ihm ein Stück gewidmet. Auch Marion Ballester war zu sehen, langjährige Tänzerin bei Anne Teresa De Keersmaeker, und Thibault Lac, Mitwirkender in der aktuellen Performance-Serie von Trajal Harrell.

Hochkarätig

Diese Mischung macht den Abend zu einem tänzerisch hochkarätigen Ereignis. „Twin Paradox“ zu Musik des Musique Concrète-Komponisten Luc Ferrari bringt den Tanz mit dem wissenschaftlich belegten „Zwillingsparadox“ in Verbindung. Fliegt ein Zwilling bei Lichtgeschwindigkeit zu einem Stern, so wird der auf der Erde zurückgebliebene Zwilling bei seiner Rückkehr älter sein.

Eine Frage der Zeitmessung, und präzise wie ein Uhrwerk läuft Monniers Choreografie ab. Wie untrennbare Zellen hängen fünf „Zwillingspaare“ im choreografisch besser gelungenen ersten Teil in bunten Trikots (Laurence Alquier) aneinander. Sie agieren als ein Körper, zerren aneinander, schmiegen sich aneinander, erstarren in bizarren Posen.

Langsam schiebt sich der Zeitfaktor dazwischen, Beschleunigung und Entschleunigung, vermittelt als ein orangefarbener Konfettisturm, der auf einem gleichfarbigen Gitterboden entfacht wird. Explosive Trennungen, Partnerwechsel und nach Cunninghams Vorbild zeitverschoben getanzte Soli verschwimmen zu einem 75minütigen abstrakten „Tanzmarathon“ (Monnier) mit Unterbrechungen und Kostümwechsel. Dessen choreografisches Vokabular erfährt aber zu wenig Änderungen und Abwechslung, als dass die Welt auf der Bühne tatsächlich aus ihren Fugen geraten könnte.

KURIER-Wertung: **** von *****

Bilder des ImPulsTanz '13

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