Kultur
03.08.2018

Heute im Fernsehen: Laurel und Hardy in Bestform

Laurel und Hardy sind das wohl berühmteste Komikerduo der Filmgeschichte - am Freitag zeigt ORF III ab 20.15 zwei ihrer besten Filme.

Stan Laurel stopft sich Tabak in seine Faust. Mit einem Streichholz steckt er sie an, als wäre sie eine Pfeife. Zufrieden zieht er an seinem Daumen und bläst den Rauch in die Luft. Oliver Hardy starrt ihn entgeistert an. Fünf Minuten später liegt Hardys Wohnung in Trümmern.

Diese Szene aus "Die Klotzköpfe" (1938) zeigt den besonderen Charme von Laurel und Hardy: Sie kombinierten Slapstick und hemmungslose Zerstörungsorgien mit Dialogwitzen und surrealistischem Humor - sowohl in ihren Kurz- als auch in ihren Spielfilmen. Erstere waren oft brillant - wie etwa "Big Business" (1929) oder "The Music Box" (1932), der einen Oscar gewann. Letztere konnten das Niveau nicht immer über sechzig Minuten halten - so gibt es keinen makellosen Spielfilm des Duos. "Auf hoher See" (1940), den ORF III am Freitag zeigt, flacht etwa nach einer guten ersten Hälfte - die sich hauptsächlich der Zerstörung von Hardys Apartment widmet - zusehends ab.

Bei "Die Wüstensöhne" (1933) und "Die Klotzköpfe" - ebenfalls auf ORF III zu sehen - waren die beiden jedoch in Bestform. Die Chemie des Duos ist auch über achtzig Jahre später noch zu spüren, ihre Figuren sind genauso liebenswert, wie sie es früher waren: der herrische Choleriker Hardy und der einfältige Laurel. "Diese beiden Kerle, die wir gespielt haben, waren sehr nette Leute", sagte Oliver Hardy einmal. "Sie konnten aber nie irgendetwas erreichen, weil sie so unglaublich dumm waren - sie wussten es nur nicht." So quetschten sie aus alltäglichen Situationen die größtmöglichen Beschwerlichkeiten, das größtmögliche Chaos heraus.

Die Plots sind schnell erzählt: In "Die Wüstensöhne" täuschen Laurel und Hardy vor, eine Schiffsreise nach Honolulu zu unternehmen. Tatsächlich nehmen sie an einem Treffen ihrer Loge, der "Wüstensöhne", teil - obwohl Hardys Ehefrau es ihm verboten hatte. Der Dampfer, auf dem sich die Freunde befinden sollten, sinkt jedoch - Laurel und Hardy erfahren nichts davon, ihre Frauen sehr wohl. In "Die Klotzköpfe" dienen Laurel und Hardy hingegen im Ersten Weltkrieg. Während Hardy nach Kriegsende in die USA zurückkehrt, wird Laurel im Schützengraben vergessen, den er zwanzig Jahre später weiterhin bewacht. Als er zufällig entdeckt wird, kehrt er nach Hause zurück und trifft auch Hardy wieder, dessen Privatleben er unfreiwillig auseinandernimmt.

Teilweise sieht man den Filmen ihr Alter an - etwa, als Laurel und Hardy über ihre Ehepartner sprechen ("Ich bin der Herr im Haus!") oder leicht bekleidete Frauen durch das Bild tanzen. Ihr Witz ist jedoch zeitlos - genau wie ihre ikonischen Gesten: Hardys gequälter Blick in die Kamera. Laurel, der sich grinsend am Kopf kratzt. Hardy, der mit seiner Krawatte winkt. Und ihr wohl berühmtester Spruch: "Well, here's another nice mess you've gotten me into".

"Fragen sie Stan"

Der kreative Kopf des Duos war Laurel. In ihren Filmen trat er als liebenswerter Idiot auf - hinter den Kulissen arbeitete er an den Drehbüchern, am Schnitt, an den Gags. Hardy war am zufriedensten, wenn er keine Verantwortung tragen musste, außer, sein komisches Talent auf die Leinwand zu bringen. "Fragen sie Stan", soll er gerne gesagt haben.

Vor der Kamera harmonierten sie: Man kann sich keinen der beiden ohne den anderen vorstellen. Laurel ohne Hardy, Hardy ohne Laurel - es wäre nicht dasselbe. Das zeigt sich auch daran, dass Laurel noch Jahre nach Hardys Tod - er war 1957 im Alter von 65 Jahren gestorben - Gags für sie beide schrieb. 1961 erhielt er den Oscar für sein Lebenswerk, 1965 starb er nach einem Herzinfarkt. Die Filme, die er mit Hardy drehte, bleiben unvergessen.


Im TV:
"Die Klotzköpfe" (1938), 3.8.2018, 20:15, ORF III
"Auf hoher See" (1940), 3.8.2018, 21:20, ORF III
"Die Wüstensöhne" (1933), 3.8.2018, 22:25, ORF III