Der Schriftsteller Gerhard Roth (Archivbild).

© APA/ROLAND SCHLAGER

Auszeichnung
03/04/2016

Österreichischer Staatspreis an Autor Gerhard Roth

Kulturminister Ostermayer lobt Roths "kritischen Blick auf die österreichische Geschichte".

Der Schriftsteller Gerhard Roth erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2016. Damit wird erstmals seit 2012 ein Staatspreis in der Sparte Literatur vergeben, wie Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) am Freitag bekannt gab.

"Gerhard Roth ist ein Autor, der wie viele andere seiner Generation von Graz – dem Forum Stadtpark und den 'manuskripten' – aufgebrochen ist, um die deutschsprachige Literatur zu erobern", wird Ostermayer in der Aussendung zitiert. Mit seinen beiden Romanzyklen "Archive des Schweigens" und "Orkus" habe Roth zwei zentrale Werke der österreichischen Nachkriegsliteratur geschaffen, in denen er einen kritischen Blick auf die österreichische Geschichte und den versteckten Alltag gelenkt hat.

Gerhard Roth wurde am 24. Juni 1942 in Graz geboren und lebt in Wien und der Südsteiermark. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet. So erhielt er etwa den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln (1994), den Bruno-Kreisky-Preis (2003), den Jakob-Wassermann-Preis (2012) und den Jean-Paul-Preis (2015). Der mit 30.000 Euro dotierte und 1950 begründete Große Österreichische Staatspreis wird ohne festgelegtes Rotationsprinzip innerhalb der Sparten Literatur, Musik, Bildende Kunst und Architektur vergeben. 2015 wurde das Architekten-Duo Elke Delugan-Meissl und Roman Delugan ausgezeichnet.

Reaktion des Preisträgers

Gerhard Roth, in einem an den KURIER übermittelten Statement: "Ich freue mich über die späte Anerkennung. In meinem gesamten Schreiben habe ich über die Sprache und die Menschen nachgedacht, immer das eine mit dem anderen verbunden und versucht, den gordischen Knoten, der sich daraus ergab, ohne das Schwert zu benutzen, zu lösen. Wie weit kann die Sprache unser Innerstes, unsere geheimsten Gedanken wiedergeben? Wie kann sie das Grausame und das Schöne, das unser Leben ausmacht, ausdrücken? Davon komme ich nicht mehr los, auch wenn ich weiß, daß meine Anstrengungen letztlich vergeblich sein werden".

Das gibt Hoffnung

KURIER-Literaturkritiker Peter Pisa zur Auszeichnung:

Gerhard Roth ist ein Großer. Ein Schriftsteller, der zum Dichter geworden ist. Einer, der die Welt übersetzt. Trotzdem muss man aufpassen, damit man ihn nicht übersieht. Das ist nicht geschehen, und das gibt Hoffnung.

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