"Gottschalk Live" wird eingestellt

Thomas Gottschalks Talkshow wird Anfang Juni eingestellt. Grund dafür sei die geringe Publikumsresonanz.

In gewohnt lässig-lockerer Manier ist Thomas Gottschalk am Montagabend in seine neue ARD-Show "Gottschalk Live" gestartet.
Zum Durchklicken ... Mit Michael "Bully" Herbig" plauderte er kurzweilig über dessen  aktuelle Filmprojekte, machte sich so seine eigenen Gedanken zur  Trennung von Heidi Klum und Ehemann Seal, ... ... erklärte den Zuschauern die  neue Sendung und scherzte mit seiner Redaktion. Allerdings gab es in der von ihm proklamierten    "Wohlfühl-Halbe-Stunde" noch Luft nach oben, was Ablauf und Atmosphäre    im Studio anbelangt. Denn die 30 Minuten wurden dreimal kurz    hintereinander von Werbung unterbrochen, ohne dass Gottschalk wirklich    darauf vorbereitet schien. Das Wohnzimmer-Ambiente des Studios    versprühte zwar  Wohlfühl-Charme, doch wirkten die Witze und Monologe des    61-Jährigen  so ganz ohne Zuschauerreaktion manchmal arg leblos. Besser klappte es bei der Interaktion mit der Redaktion, die nebenan      im offenen Studio sitzt, oder mit Herbig - da zeigte sich  Gottschalks     eigentliche Stärke: Nicht das Aufsagen von  aufgeschriebenen Gags  oder    die geschliffene Anmoderation, sondern  die spontane Reaktion auf     Menschen, das Talent zur Improvisation,  haben ihn zu einem der  großen    deutschen TV-Entertainer gemacht. Für Dienstag kündigte Gottschalk gleich zwei Gäste an:       Schauspieler Armin Rohde und Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer. Und       außerdem gehe es um ein Eisbärbaby, den Halbbruder von Knut: "Dann       müssen Sie gucken, wenn`s nicht meinetwegen ist, dann wegen des       Eisbärbabys. Ich brauche jeden Zuschauer", sagte der 61-Jährige auf den       Knien rutschend in ironischer Verzweiflung zum Fernsehpublikum. Beim Einstand passte die Quote jedenfalls: In Deutschland sahen am        Montagabend 4,34 Millionen Zuschauer die Premiere der Sendung, die  von       jetzt an immer montags bis donnerstags um 19.20 Uhr läuft. Der        Marktanteil in Deutschland lag bei sehr guten 14,6 Prozent - das  ist       deutlich über dem Senderschnitt am Vorabend. Im vergangenen  Jahr  hatte      "das Erste" in der Zeit zwischen 18 und 20 Uhr gerade  einmal       durchschnittlich 8,4 Prozent Marktanteil. Altmeister und "Wetten, dass..?"-Erfinder Frank Elstner lieferte bei der Premiere einen Live-Kommentar über Twitter. Ein paar Auszüge:
@Frank_Elstner:Auf die Plätze, fertig, Prost! Viel Glück Thomas!
Nach 5 Minuten... @GottschalkLive sehr locker und erfrischend!
Hashtag... Jetzt machst Du mich nach, Thomas @GottschalkLive
... @Frank_Elstner twitterte weiters:
Krawatte, hmmmmmm
@fernsehkritiktv jetzt klatscht die Redaktion. Direkt andere Stimmung...
Bauchbinden: Unterzeile Schrift zu klein @GottschalkLive
Zumindest für mich mit Glasauge...
Auch viele andere Twitteranten beschäftigten sich mit der Show, die zum "Top-Trend" wurde.
@tweetoph:Ich weiß nicht, was ich von dieser #GottschalkLive "schneide alle 2 Min. dem Gast mit Werbung das Wort ab"-Art halten soll. Jetzt das Wetter Auch im Medienecho kommt viel Kritik an den vielen Werbepausen:
Spiegel Online: "Es ist nicht möglich, auch nur einen halben klaren Gedanken zu fassen,  wenn in wenigen Sekunden schon wieder die nächste Werbeunterbrechung  droht. Leider ist es diese nervige Verhackstückung, die als erster  Eindruck hängen bleibt von der Premiere der neuen Gottschalk-Show. Und das ist durchaus schade."
Tagesspiegel: " Die 30 Minuten boten Hackepeter-TV. Erst  einmal gab Gottschalk eine  ausufernde Gebrauchsanweisung, was  „Gottschalk live“ sein soll: Eine  „Happy Hour“ ohne Euro-Rettungschirm,  eine Wulff-freie Programmzone". In der Kritik klang aber auch durch, dass ein endgültiges Urteil über die Show noch nicht gefällt werden kann.
Welt Online:  "So ist das erste, vorsichtige Fazit: Ja, die   Werbung nervt, aber nein,  die Sendung nervt nicht, sie kann sogar ein   nettes halbes  Plauderstündchen werden.”
Sueddeutsche.de:  “Wer Thomas Gottschalk mag, wird sich von diesem Mix aus verspätetem  Frühstücksfernsehen und verfrühter Late-Night-Show, wie er die Sendung  selbst recht treffend bezeichnet, nicht davon abschrecken lassen, ihn  weiterhin zu mögen."
Hier geht`s zur KURIER-Kritik. An der "Wetten, dass..?"-Front könnte sich eine überraschende Wendung ergeben: Auf der Suche nach einem Nachfolger für Thomas Gottschalk wirbt das ZDF einem Spiegel-Bericht zufolge derzeit verstärkt um Jörg Pilawa. Der 46-Jährige sei der Wunschkandidat des Senders, berichtet das Nachrichtenmagazin. Pilawa wäre eine hausinterne Lösung. Er hat im ZDF bereits mehrere Quizshows moderiert, Ambitionen auf "Wetten, dass...?" bisher jedoch stets bestritten. „Nicht zu ernst, aber  auch keine  Lachnummer. So ein bisschen  Middleground.“ So stellt sich Thomas Gottschalk seine neue  Liveshow  vor. Die angekündigte Mischung aus Boulevard und Feuilleton, den  Gottschalk „runterholen möchte aus dem Elfenbeinturm des  Intellektuellen“, dieses Mittelding zwischen  „nach hinten gezogenem  Frühstücksfernsehen und nach vorne gezogener Late Night“, das wäre  alleine   noch kein  Knüller. Da können die angekündigten  „Gäste aus  den Bereichen Lifestyle, Entertainment und Kultur“ noch so gut sein.
Dreißig Jahre nach der  ZDF -Show „Na sowas!“ und knapp zwei Monate nach seiner  letzten „Wetten,  dass ..?“-Sendung moderiert Gottschalk nun  wieder eine  Vorabend-Talkshow und wenn die Sendung funktioniert, dann könnte das zum  Großteil  am „Gottschalk-Faktor“ liegen.
Und so sieht Gottschalks neues TV-Studio aus ...
  Der sogenannte „Gottschalk-Faktor“ besteht  darin, dass dem Fernsehzuseher das eigene Älterwerden   beim Gottschalk weniger heftig entgegengeschleudert wird, als   er  es  sonst im Fernsehen gewohnt ist, wo die Kinderstars  viel zu schnell in  Pension gehen. Gottschalk ist jetzt Großvater, aber im Großen und Ganzen  schaut er immer noch aus wie der Türsteher Ricky aus  Schwabing, wo der  Monaco Franze auf Fahndung nach der  Ellie war. Nachzuprüfen in Folge eins der besten aller Fernsehserien, Helmut Dietls „Monaco Franze“ von 1982.
Im Bild: Im Bild: Studioansicht, entworfen von dem Designer Florian Wieder. (K-)Ein bisschen fad  Kaum einer beherrscht  den „Middleground“, diese Mischung aus Boulevard  und  einer Spur Intellekt  so gut wie Gottschalk  und das Böseste, was  man über ihn  sagen kann, ist, dass ihm am Ende von „Wetten dass ..?“  schon ein bisschen fad geworden war  mit sich selbst und seiner  Wett-Show; dass er chauvinistisch und unaufmerksam geworden war.
Im Bild: Studioansicht, entworfen von dem Designer Florian Wieder. Doch die  Aura des schlaksigen, Gummibärli essenden  Lausbuben hat er   auch mit 62 noch und die wird ihm bei der neuen Sendung, die mit Social   Media wie  Facebook und  Twitter jung wirken möchte, gewiss nicht schaden.
Im Bild: Studioansicht, entworfen von dem Designer Florian Wieder. Statt Publikum hat Gottschalk  die Redakteure der Sendung bei sich im  Studio in Berlin-Mitte, und sie werden ihn immer      montags bis   donnerstags um 19.20 Uhr daran erinnern, dass die Kollegen der   nachfolgenden Sendungen  pünktlich anfangen möchten.

Gottschalk Live" wird eingestellt. Am 7. Juni ist die letzte Ausgabe der ARD-Vorabendsendung zu sehen. Grund sei die geringe Publikumsresonanz, teilte die ARD-Geschäftsführung am Mittwoch mit. Die Show des 61-jährigen Entertainers Thomas Gottschalk startete am 23. Jänner und hatte zuletzt kaum mehr als eine Million Zuschauer.

Am Mittwoch hatten sich die Intendanten in einer telefonischen Schaltkonferenz auf diese Lösung geeinigt, hieß es weiter. "Ich finde es schade, dass "Gottschalk Live" beim Publikum nicht den Zuspruch gefunden hat, den wir diesem Format alle gewünscht haben", sagte die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel am Mittwoch.

Gottschalk wurde von der ARD mit den Worten zitiert: "Ich nehme diese Entscheidung der Intendanten mit Bedauern zur Kenntnis, habe aber volles Verständnis dafür."

(apa) Erstellt am
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