"Gilgamesch" im Theater der Jugend: Ein Jahrtausende alter Stoff, sehr zugänglich umgesetzt
Vom bösen Drachen, den Gilgamesch und sein Freund Enkidu bekämpfen müssen, waren auch die Eltern gebührend beeindruckt: Ein bühnengroßes Ding aus Pappkarton schnappt furchterregend nach den zwei Helden. Tolles Theater!
Wie überhaupt „König Gilgamesch – das größte Abenteuer der Welt“ im Theater der Jugend eine schön gelungene Heranführung an das ist, was Theater kann. Zeigen nämlich, aber auch erzählen.
In der Uraufführung von Michael Schachermaier sind zwei Dinge schön verschachtelt, die Entdeckung des 4000 Jahre alten Epos’ durch George Smith im 19. Jahrhundert – und die Story von Gilgamesch selbst.
Zwei Freunde
Denn Smith (Jonas Graber), der das Werk im Keller des British Museum entziffert, sehnt sich ebenso nach Unsterblichkeit wie Gilgamesch, König von Uruk (Mino Dreier).
Letzterer muss lernen, dass auch noch so große Macht nicht jedes Recht verschafft: Er freundet sich mit dem gutherzigen Naturmenschen Enkidu (Enrico Riethmüller) an, verspielt aber durch Großmut dessen Leben. Beim Besuch in der Unterwelt wird er geläutert.
Die Bühne wandelt sich vom Museumskeller zur antiken Stadt und zurück, jene Kartons, in denen die wertvollen Artefakte gelagert werden, sind zugleich auch diese selbst. Eine gelungene Lösung für ein sehenswertes Stück, das manchen Elternteil wohl zur Eposnachlektüre motivieren dürfte.
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