Kultur
05.12.2011

Friedensnobelpreis: Barenboim soll nominiert werden

Der Stardirigent Daniel Barenboim setzt sich mit seinem israelisch-arabischen Jugendorchester für den Frieden im Nahen Osten ein.

Wegen seiner Verdienste um die Aussöhnung im Nahen Osten soll Stardirigent Daniel Barenboim für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen werden. Offiziell soll Barenboims Nominierung in der Woche zwischen 15. und 21. August zelebriert werden, teilten die Organisatoren der Initiative am Mittwoch in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires mit, in der Barenboim 1942 geboren wurde.

Der israelisch-argentinische Pianist und Dirigent hatte 1999 zusammen mit dem inzwischen verstorbenen palästinensischen Intellektuellen Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra gegründet, in dem junge Araber und Israelis im Alter zwischen 14 und 25 Jahren zusammen musizieren. Barenboim ist seit 1992 Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Er zählt zu den weltweit wichtigsten Dirigenten.

Barenboim tritt mit Orchester an innerkoreanischer Grenze auf

Stardirigent Daniel Barenboim will zudem zusammen mit seinem Orchester an der waffenstarrenden Grenze zwischen Süd- und Nordkorea ein Zeichen des Friedens setzen. Im Rahmen einer Konzertreihe in Südkorea will der 68-jährige Barenboim am nächsten Montag (15. August) bei einem Freiluftkonzert an der Grenze zum kommunistischen Nordkorea Beethovens 9. Sinfonie aufführen. "Das Konzert ist einer der wichtigsten Gründe, warum ich nach Fernost gekommen bin", sagte Barenboim am Dienstag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

Es gebe eine Reihe von Konflikten in der Welt, darunter der Konflikt zwischen Süd- und Nordkorea, weil es keinen Dialog gebe. Musik selbst könne keinen Frieden bringen und keinen Konflikt lösen. Aber sie könne den Bemühungen um Dialog dienen, meinte der israelisch-argentinische Dirigent. "Ich wäre erfreut, wenn alle Menschen aus Süd- und Nordkorea zusammenkommen könnten."

Das West-Eastern Divan Orchestra ist zum ersten Mal auf Asien-Tournee. Vor Südkorea, wo die jungen Musiker aus Israel, Palästina und verschiedenen arabischen Ländern alle neun Beethoven-Sinfonien spielen, waren sie in China aufgetreten. Die Reise in Südkorea endet mit dem "Friedenskonzert" an der Grenze.

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