Frequency, Tag 2: Krönender Abschluss mit Deichkind

Die Hamburger Party-Formation sorgte am Freitag für das erwartete Remmidemmi. Weitere Highlights: Kasabian, The Kills und viele mehr...

Deichkind ist einfach die perfekte Festivalband und sorgte für einen krönenden Abschluss am zweiten Tag des Frequency-Festivals. Eröffnet wurde mit "Arbeit nervt", um dann fast zwei Stunden durchzufeiern.

Zum Durchklicken ... Die Hamburger Party-Formation sorgte für das erwartete Remmidemmi und die Menge tobte. Power pur, ironische Texte: Der Soundtrack zur Wirtschaftskrise? "Hoch die internationale Getränkequalität!", antwortet die deutsche Band. Zuvor stand Kasabian  auf der Race Stage und war bis zu diesem Zeitpunkt die erste richtig große Band an diesem Festivaltag. 2008 war die britische New-Wave-Band noch Vorband von Muse, heute einer der Main-Acts am Frequency. Mit ihrem Hit "Shoot the Runner" brachten sie zu Beginn das Publikum auf Betriebstemperatur. "I'm on fire" gröhlt Sänger Tom Meighan ins Mikro. Und es stimmt! Bei Kasabian passt einfach alles: Bühnen-Show, Sound und natürlich der Applaus... Und spätestens bei "I.D." waren sich alle einig: Kasabian rockt. Zuvor musste die britische Band Elbow ihr Konzert wegen eines plötzlich hereinbrechenden Unwetters um ca. 20.30 Uhr kurzfristig unterbrechen. Elbow-Sänger Guy Garvey sang kurz zuvor noch "Fuck the clouds, I paid too much for my ticket..." (deutsch: "Fickt euch Wolken, ich hab zuviel für mein Ticket gezahlt...") Aber das nutzte nichts... Die Menge suchte Schutz und das Areal wirkte von einer Sekunde auf die andere wie leergefegt. Aber so schnell das Unwetter gekommen war, so schnell war es auch wieder verflogen... ... Und nach einer kurzen Pause ging es wieder weiter mit wunderschön-britischer Pop-Musik aus Manchester. Nachdem am Pukkelpop-Festival in Belgien am Donnerstag eine Bühne wegen der dort herrschenden Unwetter eingestürzt war und dabei vier Menschen ums Leben kamen (die Zahl wurde im Nachhinein korrigiert), wurden die Sicherheitsvorkehrungen am Frequency nochmals verschärft. "Wir waren schon davor bestens vorbereitet", betonte Veranstalter Harry Jenner am Freitag Nachmittag. Die Bühnenkonstruktion des niederösterreichischen Festivals sei wesentlich stabiler als die belgische. Man habe dennoch in der vergangenen Nacht einen umfangreichen Maßnahmenkatalog für eine etwaige Räumung erarbeitet, so Jenner. Das erste Highlight an diesem zweiten Festivaltag war die britisch-amerikanische Band The Kills. Das sympathische Blues-Punk-Duo sorgte am Nachmittag bereits für ausgelassene Stimmung und steigerte den Glamour-Faktor um 200 Prozent. The Kills-Sänger und Gitarrist Jamie Hince bei seiner Ankunft am Flughafen in Schwechat. Er sah blendend aus, auch aus der Nähe. Von Kate Moss fehlte leider jede Spur... Das machte aber nichts. Denn Alison Mosshart, The Kills-Sängerin, hat vermutlich sogar noch ein Fünkchen mehr Rock'n'Roll im Blut als Frau Moss. Mit grandios-knarrendem Sound kamen The Kills auf die Bühne und lieferten eine solide Show, auch wenn sie bei aller Sympathie nicht die beste Live-Band auf Erden sind. Und nochmal zum Anschmachten: Jamie Hince mit edlem Seidenschal. Was seinen Style betrifft, sind die Geschmäcker wohl verschieden...

Männlicher O-Ton: "Gut gekleideter Zuhälter"
Weiblicher O-Ton: "Seufz..." Mit den Crystal Fighters stand wohl eine der gehyptesten Indie-Bands in diesem Jahr auf der Bühne. Die englisch-spanische Electro-Band beschreibt ihren Sound folgendermaßen: "Schnelle Tanzmusik mit Instrumenten aus dem Baskenland, Synthesizern und Gesang". Und das mit dem Tanzen nahm das Publikum ernst. Die Public-Participation-Parts (kurz PPP) waren da sicher hilfreich... Natürlich durfte da auch ihr größter Hit "At Home" nicht fehlen. Wer nur lange genug durchhält, wird auch irgendwann belohnt. Seit elf Jahren existiert die österreichische Punk-Rock-Band 3 Feet Smaller nun schon und hantelt sich so von Festival zu Festival. In diesem Jahr haben sie sogar denselben Slot wie tags zuvor die norwegische Rockband Kaizers Orchestra. Im Juni ist ihr bereits fünftes Album erschienen und die Fans lieben es vermutlich... Und wenn dann bei der 90er-Rockband Feeder auf der Green Stage zwischen den langsam aufziehenden Wolken nochmal die Sonne durchkommt, kann den ein oder anderen schon mal das Gänsehaut-Feeling überkommen. Einer der ersten Acts am Freitag war der charmante Grazer Effi, ... ... der mit seiner Mischung aus Hip Hop, Indie-Pop und Electro für gute Stimmung sorgte. Die ideale Stimmung zum Freundschaften schließen ... Tag zwei startete am Festivalgelände mit einem Fotoprojekt des Deutschen Fotografen Gerrit Starczewski. Für sein Kunstprojekt tingelt Starczewski von Festival zu Festival, arrangiert die Blankzieh-Willigen in Herzform - das Projekt nennt sich ja auch "Naked Heart" - und lichtet sie ab. Natürlich bevor die konzerthungrige Meute das Festivalgelände betreten darf. Ist ja keine Peep-Show. Trotz hervorragender Wetterprognosen startete der Freitag für die Festivalcrowd mit Wind und Regen. Die gute Laune ließen sich die Frequency-Fans davon aber noch lange nicht verderben. Und vor der Race Stage hat sich am Nachmittag schon wieder eine ansehnliche Menge eingefunden. Die Ruhe vor dem Sturm: Chillige Festivalstimmung bei Sonnenuntergang am Frequency, Tag 2.

Bleib dran! KURIER.at berichtet auch vom dritten Festivaltag

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(KURIER.at / Stella Reinhold, moe, tem) Erstellt am
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