Kultur
05.12.2011

Filmregisseur Raoul Ruiz ist tot

Er drehte über 100 Filme, darunter "Klimt" mit John Malkovich. Ruiz ist am Freitag 70-jährig nach einer Krankheit in Paris gestorben.

Der französisch-chilenische Filmemacher Raoul Ruiz ist heute, Freitag, im Alter von 70 Jahren in Paris in Folge einer Lungeninfektion verstorben, wie sein Produzent Francois Margolin der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. "Er war nicht nur ein Freund, sondern einer der größten lebenden Filmemacher, der ein erhebliches Oeuvre hat und natürlich in die Geschichte des Kinos eingeht", so Margolin. Erst im vergangenen Jahr war Ruiz mit den renommierten Prix Louis-Delluc für seinen Film "Mysteres de Lisbonne" (etwa: Wunder von Lissabon) über die Aristokratie im alten Portugal ausgezeichnet worden.

Geboren wurde der Regisseur am 25. Juli 1941 in Chile. 1973 floh er von der aufkommenden Diktatur in seinem Heimatland nach Frankreich. Im Laufe seiner Karriere realisierte Ruiz rund 100 Filme in mehreren Sprachen, erst 2005 drehte er die Künstlerbiografie "Klimt" mit John Malkovich in der Hauptrolle u.a. in Wien. Seine Liebe zur Literatur hat der Jus- und Theologiestudent zu Beginn seiner Karriere in etlichen Theaterstücken Ausdruck verliehen. Sein erster Langfilm "Tres tristes Tigres" brachte ihm 1969 bereits den Goldenen Leoparden beim Filmfestival in Locarno. Im selben Jahr heiratete der Regisseur seine Kollegin Valeria Sarmiento.

Begräbnis soll in Chile stattfinden

Ruiz hat laut Angaben seines Produzenten bis kurz vor seinem Tod gearbeitet. "Er beendete gerade die Arbeiten an einem Film über seine Kindheit in Chile. Außerdem bereitete er einen weiteren Film in Portugal über eine napoleonische Schlacht vor", so Margolin. "Er war eine Person aus einer anderen Zeit, die alles über alles wusste. Er liebte die Mischung aus den unterschiedlichen Kulturen. Er war wohl einer der größten Geister, nicht nur des Kinos, sondern dieser Epoche", fügte er hinzu.

Begraben werden soll Ruiz nicht in Frankreich, sondern seiner Heimat Chile, wie der Unterrichtsminister des südamerikanischen Landes, Luciano Cruz-Cola, bekanntgab. "Sein Leichnam wird gemäß seinem Testament in Chile bestattet", erklärte der Minister per Twitter.