Rebel Wilson (li.) und Anne Hathaway  machen sich auf die Jagd nach Millionenerben: „Glam Girls“

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Kultur
05/09/2019

Filmkritik zu "Glam Girls – Hinreissend verdorben": Auf Millionenfang

Rebel Wilson und Anne Hathaway als zwei gerissene Frauen, die alles daran setzen, um die Männerwelt so richtig auszunehmen.

Männer wollen nur das eine. Geld. Davon erzählen Gangster-Movies in unzähligen Varianten. Geld, das die Frauen nicht brauchen, weil es – so trällerte schon Marilyn MonroeDiamanten sind, die als Frauenversteher taugen. Am besten geschenkt. Von Männern! Dieses „Happy End“ vieler Filme sollte längst abgedankt haben – spätestens seit Beginn der #MeToo-Debatte.

Dieses Remake der Gaunerkomödie „Zwei hinreißend verdorbene Schurken“ (1988) sollte unter dem Titel „Nasty Women“ in die Kinos kommen. In Anlehnung an Trump, der im Wahlkampf Hillary Clinton so beschimpfte. Als Zeichen dafür, dass sie sich nicht mehr alles gefallen lassen, ist „Nasty Women“ für US-Frauen zum feministischen Schlachtruf geworden. Was Hollywood bewog, den Titel des Films zu ändern. Für Hollywood bedeutet dieser Schlachtruf nämlich auch, dass Schauspielerinnen Rollen spielen wollen, in denen sie an Männern ihr Mütchen kühlen können – und nicht nur umgekehrt. Für die gleiche Gage wie ihre Kollegen.

Männerwelt

In diesem Sinne machte sich der britische Comedian Chris Addison an das Remake und lässt statt Michael Caine und Steve Martin die gewichtige Fat-Amy-Darstellerin aus „Pitch Perfect“, Rebel Wilson, und Oscarpreisträgerin Anne Hathaway die reiche Männerwelt richtig ausnehmen.

Die Idee, maskuline Movies zu gendern ist nicht neu. In „Ghostbusters“ von 2016 besetzte Paul Feig die vormals männlichen Hauptrollen mit Komikerinnen – und wurde via Internet beschimpft. Und die weibliche Variante von „Ocean's 11“ geriet leider nur halblustig.

Ähnliches trifft auf die „Glam Girls“ zu. Wer das Original nicht kennt, hat den Vorteil, sich nicht ständig dabei zu ertappen, Hathaway und Wilson mit Michael Caine und Steve Martin zu vergleichen – denen die Gags lockerer von den Lippen kamen. Statt dessen bekommt man spiegelglatte, freche Perfektion geboten – von den Darstellerinnen wie auch von der optischen Umsetzung.

Text: Gabriele Flossmann

INFO: USA 2019. 94 Min. Von Chris Addison. Mit Rebel Wilson, Anne Hathaway.