"Die drei ??? - Toteninsel" im Kino: Gräber und Staatsgeheimnisse

Drei Jungdetektive.
Jugendabenteuer der kultigen Jungdetektive auf einer Toteninsel: Nicht immer ganz logisch, aber spannend.

Von Gabriele Flossmann

Schon mit den ersten beiden Teilen seiner Kino-Trilogie rund um die ??? hat es Regisseur Tim Dünschede geschafft, die legendäre Hörspiel- und Buchreihe erfolgreich für die Leinwand zu adaptieren. Nachdem 2023 im „Erbe des Drachen“ ein eigens für den Film geschriebener Fall gelöst wurde, folgte 2025 mit dem „Karpatenhund“ die Umsetzung des gleichnamigen Jugendkriminalromans von Mary Virginia Carey. Sie punktete dank ihrer spektakulären Auflösung auch bei den Hardcore-Fans der drei ???, obwohl sich diese Kinoadaption viele inhaltliche Freiheiten nahm.

Für den dritten und letzten Teil hat sich Regisseur Dünschede einen Sonderfall aus dem 100. Teil der Hörspielserie ausgesucht. Darin verschlägt es die kultigen Jungdetektive Justus, Peter und Bob aus Rocky Beach auf eine Insel voller Totenschädel, Gräber und Staatsgeheimnisse. Eigentlich wollten sie dort nur ganz entspannt ihre Ferien genießen, aber da Fragezeichen naturgemäß neugierig sind und nach Antworten zu suchen, kann man sich vorstellen, wie sich eine Reise entwickelt, in der gleich drei ??? unterwegs sind.

Das Abenteuer beginnt mit einem merkwürdigen Anruf. Justus, Peter und Bob sollen ein Rätsel lösen. Sonst wird es Tote geben. Auf der Suche nach des Rätsels Lösung stoßen sie – mit der Pfadfinderhilfe von Bobs Freundin Jelena – auf ruchlose Archäologen, die sich zu einem Bündnis namens „Sphinx“ zusammengeschlossen und auf illegale Ausgrabungen spezialisiert haben. Mit diesen Antagonisten bekommt die Toteninsel einen etwas trashigen Pulp-Anstrich – mit schwarz gekleideten Personen, die Kindern geheime Aufträge geben, und dazu noch unflätig fluchen.

Einige der Dialoge sind in diesen Sequenzen lächerlich geraten. Wie etwa in jener Szene, in der eines der drei ??? den Archäologen hochnäsig erklärt, wie man mit einem Flaschenzug ein antikes steinernes Tor öffnet.

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Hilft den drei ??? bei der Arbeit: Momo Beier als Jelena.

Die spitzfindigen Teenager müssen sich bei der Lösung der Rätsel rund um die Toteninsel nicht nur mit Schmugglern, sondern auch mit der US-Regierung herumschlagen. Dass es dabei zu Entwicklungen und Verwicklungen jenseits aller Logik kommt, wird das (mitdenkende) Publikum mit mehr als nur drei Fragezeichen zurücklassen. Das liegt wohl daran, dass seit der Buch- und Hörspiel-Veröffentlichung dieses speziellen ???-Falls rund 25 Jahre ins Land gegangen sind und der originale Plot den Machern dieser Verfilmung als nicht mehr zeitgemäß erschien.

Statt der erfolgten „Modernisierung“ hätten dem Drehbuch allerdings logische Anpassungen besser getan. Auch das veränderte Ende wird nicht jedem Fan schmecken. Trotz dieser Einschränkungen ist aber diese „Toteninsel“ durchaus spannend.

INFO: D 2026. 104 Min. Von Tim Dünschede. Mit Julius Weckauf, Nevio Wendt.

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