Filmfestival Berlinale: Tricia Tuttle bleibt Chefin - mit neuen Vorgaben

Resultat einer weiteren Krisensitzung im Berliner Kanzleramt. Neues "beratendes Forum".
Filmfestival Berlinale: Tricia Tuttle bleibt Chefin - mit neuen Vorgaben

Die 55-jährige US-Amerikanerin hatte sich zuletzt noch dahingehend geäußert, dass sie Berlinale-Chefin bleiben wolle. "Ich bin sehr stolz auf mein Team und das Festival und möchte die gemeinsam begonnene Arbeit in vollem Vertrauen und mit institutioneller Unabhängigkeit fortsetzen", hatte sie der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Während des Filmfestivals hatte es mehrfach Debatten über den Umgang mit dem Nahostkonflikt gegeben. So hatte etwa der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib der deutschen Regierung auf der Bühne bei der Abschlussgala vorgeworfen, Partner "des Völkermords im Gazastreifen" zu sein. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) verließ daraufhin den Saal und ließ mitteilen, die Aussagen seien nicht akzeptabel. Weimer und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verurteilten die Aussagen ebenfalls. Israels Regierung streitet ab, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen, auch die deutsche Regierung weist den Völkermord-Vorwurf zurück.

Tricia Tuttle bleibt Chefin der Berlinale, muss aber Vorgaben akzeptieren. Geplant sind ein "beratendes Forum" sowie die Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes für alle Kulturveranstaltungen des Bundes, wie der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) nach einer Krisensitzung im Kanzleramt mitteilte.

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