© Kurier/Franz Gruber

Kultur
10/26/2019

Fettes Brot mit Saxofon, Humor und „My Way“ in Hochform

Die Hamburger Rapper lieferten Freitagabend im Wiener Gasometer ein paar Überraschungen und beste Partystimmung.

von Brigitte Schokarth

Vor fünf Jahren kamen kamen noch 3200 Leute zum Konzert von Fettes Brot in den ausverkauften Wiener Gasometer. Auch die Show der „Lovestory“-Tour Freitagabend in der selben Halle war ausverkauft – allerdings bei gesperrtem Balkon. Aber die 2800 Besucher, die sich im Parkett drängelten, hatten mit den Hamburger Rappern den idealen Wochenausklang.


Denn nach wie vor liefern König Boris, Dokter Renz und Björn Beton bei ihren Shows mit satirischen Raps, die Humor und Gesellschaftskritik verschmelzen, und einer musikalischen Bandbreite, mit der in der Rap-Szene sonst nur die Fantastischen Vier mithalten können, unwiderstehliche Partystimmung.


Unterstützt von einer vierköpfigen Band mit Vielinstrumentalisten, die Drums, Keyboards, Bass, Percussion, Saxofon und Gitarre spielen, legt das Trio gemäß dem Motto des jüngsten Albums „Lovestory“ mit „Ich liebe mich“ los und schiebt bald den größten Hit „Emanuela“ von 2005 nach.

Aber Fettes Brot können es sich leisten, den so früh zu verschießen. Sie haben genug andere Hits im Köcher, wechseln von funkigen Songs wie „Geile Biester“ zu rasenden Zungenbrecher-Raps wie „KussKussKuss“ und veredeln „Jein“ mit jazzigen Saxofoneinlagen, bei der sich auch Dr. Renz an dieses Instrument wagt und gar nicht schlecht klingt.


Dazwischen gibt es „Moderationen“, die eher ein verbales Geplänkel zwischen den Rappern sind, das zum Beispiel die Hitze im Gasometer und den Wunsch sich auszuziehen abhandelt und prompt mit einem auf die Bühne geworfenen Damenslip bedankt wird.


Zitate aus der Pop-Kultur, wie das auf Falcos „Jeanny“ aufgebaute „An Tagen wie diesen“ sind bei Fettes Brot ja ohnehin keine Seltenheit. Brillant wird das aber, als die Drei zu Beginn der zweiten Zugabe „May Way“ singen – mit einem deutschen Text, der die Rituale einer Show aufs Korn nimmt und damit den Hit „Nordisch By Nature“ ankündigt. Als der dann ertönt, kann keiner mehr still stehen und auch nach fast zwei Stunden Show hätte man gern noch mehr gehört.

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