Helga Rabl-Stadler: "Absage würde uns grauenhaft treffen"

Helga Rabl-Stadler muss auch von zu Hause aus arbeiten: "Es ist mühsam!"
Ab 31. Mai sollen die Pfingstfestspiele stattfinden. Doch werden sie? Präsidentin Helga Rabl-Stadler will noch nicht absagen.

Die Salzburger Festspiele feiern heuer ihr 100-Jahr-Jubiläum. Doch die Vorzeichen sind ungünstig: Wegen der Coronavirus-Pandemie wird der Start der Salzburger Landesausstellung „Großes Welttheater - 100 Jahre Salzburger Festspiele“ verschoben - vom 25. April auf frühestens Ende Mai, den Beginn der Pfingstfestspiele.

Doch werden die Pfingstfestspiele überhaupt stattfinden? Der KURIER erreichte Helga Rabl-Stadler, die Präsidentin der Festspiele, am Telefon.

KURIER: Sehr geehrte Frau Präsidentin, werden die Festspiele stattfinden können? 

Wir sind gut vorbereitet und von uns aus in der Lage, nicht nur die Festspiele im Sommer zu machen, sondern auch die Pfingstfestspiele. Sofern uns der Coronavirus aus seinen Fängen lässt.

Wann müssen Sie die Entscheidungen treffen? Die Bundesregierung hat ja die Beschränkungen nun bis zum 13. April, den Ostermontag, verlängert.

Für Pfingsten müssen wir die Entscheidung Mitte April fällen, also in der Woche nach Ostern. Denn ab 21. April würden die Proben beginnen müssen.

Am 24. März wurde bekanntgegeben, dass die Festspiele im Burgenland - Mörbisch, St. Margarethen und Kobersdorf nicht stattfinden werden... 

Wir entscheiden trotzdem erst am 15. April. Wir wissen ja nicht, ob die Regierung die Beschränkungen noch einmal verlängert. Natürlich steht die Gesundheit der Menschen im Focus, aber die Kunst wird jetzt mehr gebraucht denn je. Und Cecilia Bartoli, die Intendantin der Pfingstfestspiele, ist voll der Ideen, was man trotz verkürzter Probenzeiten realisieren könnte. Für die Sommerfestspiele haben wir mit einer Entscheidung bis Ende Mai Zeit. 

Wie wirkt sich der Coronavirus auf den Vorverkauf aus?

Wir haben bisher nur ganz wenige Stornierungen. Daran zeigt sich, dass wir ein treues Stammpublikum haben. Es gibt bisher keine Alarmsignale. Auch nicht bezüglich Pfingsten.

Bei einer Absage müssten die Festspiele die Karteneinnahmen zurückerstatten. Das könnte sich gravierend auf den Cashflow auswirken. Könnte das auch ein Grund sein, warum Sie eine Absage scheuen?

Auch wenn die Pfingstfestspiele praktisch ausverkauft sind: Nein, es gibt keine finanziellen Gründe. Aber natürlich würde es uns grauenhaft treffen, wenn wir absagen müssten. Finanziell wie ideell.

(Das Interview, veröffentlicht am 23. März, wurde am 24. März erweitert.)

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