© FREMD/Schöndorfer Karl

Kultur
08/31/2019

Faschismus und Fantasy fließen brutal ineinander

Cornelia Funke hat aus Guillermo del Toros Film ein ebenso tolles Buch gemacht: "Das Labyrinth des Fauns".

Es war vor Guillermo del Toros Film „Pans Labyrinth“ (2006) schwer vorstellbar gewesen, wie man Faschismus – Francos Sieg im Spanischen Bürgerkrieg – und ein fantastisches Märchen mit bösem Kröterich und guter Alraunwurzel ineinander fließen lassen kann. Die Bilder im Kino waren überzeugend.

Ungebügelt

Nun sind es Buchstaben. Wunderbare Buchstaben, wunderbare Wörter, von Cornelia Funke („Tintenherz“, Foto oben) auf Wunsch des mexikanischen Regisseurs zu wirkungsvollen, einfachen Sätzen angeordnet. Es stimmt keineswegs, dass es – wie der Rebellen jagende Cápitano seiner Stieftochter Ofelia glauben machen will – keine Magie auf der Welt gibt.

Funke hat nicht den Fehler gemacht, Del Toros Drehbuch derart schön zu bügeln, dass es „für die Jugend“ geeignet ist. Die Jugend wird Kopfschüsse u. ä. aushalten. „Das Labyrinth des Fauns“ ist (brutal), wie es ist.


Cornelia Funke und Guillermo Del Toro:

„Das Labyrinth des Fauns“

Übersetzt von Tobias Schnettler.
Fischer Verlag.
320 Seiten.
20,60 Euro.

KURIER-Wertung: **** und ein halber Stern