"Eyjafjallajökull-Tam-Tam" in Bildern

Im Münchner Residenztheater feierte das Stück "Eyjafjallajökull-Tam-Tam" am Sonntag Premiere. Dazu gab es ein inszenierungsbegleitendes Filmprojekt.

Vor rund einem Jahr legte der isländische Vulkan mit dem schwierigen Namen den Flugverkehr lahm und seine Aschewolke stürzte Europa ins Chaos. Jetzt hat dieses Chaos den Weg auf die Bühne gefunden. 

Bild: Stefan Konarske, Hanna Scheibe Wobei Bühne eigentlich das falsche Wort ist. "Eyjafjallajökull-Tam-Tam" ist alles andere als ein klassisches Bühnenstück und kommt eher als eine Form des Improvisationstheaters daher.

Bild: Ensemble Denn eine Bühne gibt es nicht am Sonntagabend bei der Uraufführung im Marstall; keine räumliche Trennung zwischen Schauspielern und Publikum. An ihre Stelle tritt der Nachbau einer Flughafen-Wartehalle (Bühne: Alain Rappaport), riesige Bildschirme und Schauspieler, die das Publikum zur Requisite machen. 

Bild: (v.l.) Jörg Lichtenstein, Tom Radisch, Stefan Konarske, vorne Shenja Lacher Wer es nicht ins Theater schafft, kann Episoden des Stückes online verfolgen.

Bild: (v.l.) Sophie von Kessel, Johannes Zirner, Gunther Eckes Und dabei geht es - passend zum Thema - ziemlich chaotisch zu. Die Aschewolke macht die Reisenden zu Gefangenen im Flughafen.

Bild: Ensemble und Band An allen Ecken und Enden entwickeln sich leise Gespräche oder lautstarke Streitereien - bis die Situation komplett außer Kontrolle gerät. 

Bild: (v.l.) Carolin Conrad, Lukas Turtur, Shenja Lacher, Jens Atzorn Stehen anfangs alle - Zuschauer und Schauspieler Seit an Seit - noch brav an zur Ticketkontrolle, geht schließlich die Anarchie um.

Bild: Miguel Abrantes Ostrowski, Hanna Scheibe Spätestens als ein blutüberströmter, nackter Mann in die Flughafenhalle rennt und die großen Bildschirme Verfolgungsszenen im Wald zeigen, die dem Horrorfilm "Blair Witch Project" entsprungen sein könnten, sind die geordneten und durchgeplanten Flughafen-Abläufe endgültig passé.

Bild: (v.l.) Jörg Lichtenstein, Jürgen Stössinger, Tom Radisch Auf den Gesichtern einiger Zuschauer macht sich Ratlosigkeit breit.

Bild: Ensemble "Diese Katastrophe war ja keine. Sie kam ja nur uns Deppen so vor, weil wir plötzlich keine Flüge mehr hatten", sagte der neue Intendant Martin Kusej kurz vor der Uraufführung. "Der Autor hat eine Situation gesucht, in der er möglichst viele Menschen bannen kann. Er hatte eben die Vorgabe, ein Stück zu schreiben, in dem alle Schauspieler mitspielen können."

Bild: (Mitte mit Kind) Marie Seiser, (vorne v.l.) Arthur Klemt, Jörg Lichtenstein Und so verfolgt "Eyjafjallajökull-Tam-Tam" aus der Feder von Helmut Krausser unter der Regie von Robert Lehniger vor allem ein Ziel: Alle 55 Schauspieler von Kusejs neuem Ensemble - darunter Eva Mattes, Birgit Minichmayr, Nicholas Ofczarek, Juliane Köhler und Tobias Moretti - sollen mitspielen und sich ihrem Publikum vorstellen. 

Bild: (v.l.) Arthur Klemt, Stefan Konarske Und dabei mutet das neue Team dem - an die Zuschauerrolle statt an eigene Beteiligung gewohnten - Publikum schon einiges zu.

Bild: (v.l.) Jörg Lichtenstein, Shenja Lacher, (vorne v.l.) Paul Wolff-Plottegg, Johannes Zirner, Sophie von Kessel Genau das aber hatte Kusej angekündigt, als er die Intendanz von Dieter Dorn übernahm. 

Bild: (v.l.) Jens Atzorn, Ulrike Willenbacher, Katharina Schmidt, Frank Zapatka, Thomas Gräßle Mit liebgewonnenen Gewohnheiten aufräumen ist sein Ziel. Einen kleinen Vorgeschmack darauf haben die ersten vier Premieren seiner Intendanz gegeben - zumindest zum Teil.

Bild: Stefan Konarske So ließ der Österreicher "Halali" von Albert Ostermaier inszenieren - ein irres Stück über das Phänomen Franz Josef Strauß, für das Regisseur Stephan Rottkamp immer wieder tief in die Zotenkiste griff und ausgerechnet im altehrwürdigen Cuvilliés-Theater in einer fiktiven Psychiatrie Jagd machte auf den bayerischen Übervater.

Bild: (v.l.) Hanna Scheibe, Miguel Abrantes Ostrowski, Arthur Klemt Mit Neil LaButes "Zur Mittagsstunde" folgte am Samstagabend im Residenztheater eine deutsche Erstaufführung über den einzigen Überlebenden eines Amoklaufes in seiner Firma, der glaubt, er sei von Gott selbst gerettet worden.

Bild: Stefan Konarske, Marie Seiser Einzig Kusejs eigene Inszenierung von Arthur Schnitzlers "Das weite Land" gab sich sehr betont klassisch - so dass fast der Eindruck entstehen konnte, sein Vorgänger Dieter Dorn sei auf den Regiestuhl zurückgekehrt.

Bild: (v.l.) Thomas Gräßle, Jörg Lichtenstein Keine ausgefallenen Regie-Einfälle, noch nicht einmal ein Hauch von Dekonstruktion und dafür ein wenig Langeweile - allerdings war auch das eine Überraschung.

Bild: Miguel Abrantes Ostrowski, Hanna Scheibe Zu dem Theaterstück gab es ein inszenierungsbegleitendes Spielfilmprojekt unter anderem mit Tobias Moretti, Birgit Minichmayr und Nicholas Ofczarek.

Bild: Hanna Scheibe, Tobias Moretti Bild: (v.l.) Stefan Konarske, Marie Seiser, Tom Radisch Bild: Eva Mattes, Franz Pätzold Bild: Ensemble

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(apa / moe) Erstellt am
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