seeböck

© gerhard deutsch

Neues Buch
03/17/2013

Ewiges Kind und Fantast

Warum für Ida & Jakob ihr Vater Herwig Seeböck ein „Spielfreund“ war

Herwigwar sein Leben lang ein großes Kind“, sagtIda Seeböck (41) am Esstisch bei Kaffee und Gugelhupf in der elterlichen Wohnung in der Wiener Schönbrunnerstraße. „Wir mussten sehr schnell erwachsen werden und uns zusammenreimen, was richtig und falsch ist.“

Herwig“ wurde und wird der 2011 verstorbene Schauspieler auch von Inas um fünf Jahre jüngeren Bruder, „Soko-Kitzbühel“-Schauspieler Jakob Seeböck, genannt: „Er war unser Spielfreund, wir haben nie Papa zu ihm gesagt. Er hat das gehasst, weil es Autorität impliziert.“ Der Freigeist verabscheute Regeln, gekonnt brach er sie sein Leben lang. Mit der „Häfenelegie“ feierte er seinen Durchbruch: „Herwig hat gelebt wie er wollte, ihm war alles wurscht, wir durften alles machen“. Die kunterbunten Szenen, die sich abseits der Bühne im Hause Seeböck abspielten, beschreibt Ida Seeböck in ihrem neuen Buch „Es wird ihnen eine Lehre sein“ (Czernin Verlag, 23 €): „Bei uns war es nie wie bei den anderen. Bei Geburtstagspartys spielten wir mit Degen. Wir durften ein Lagerfeuer in unserem Zimmer machen.“

Herwigs Schauspielschüler – unter ihnenRoland Düringer,Alfred Dorfer,Josef HaderundAndrea Händler–, wurden in der Familienwohnung unterrichtet und haben vom ungewöhnlichen Stil ihres Lehrers profitiert: „Sie haben diese Freiheit genossen. Er hat ihnen viel über Persönlichkeitsbildung beigebracht.“ Dass er dabei oft nur mit einer Unterhose bekleidet war, störte die Mimen wenig. Selbst als Herwig bei Inas Hochzeit im Kilt erschien, wunderte sich niemand: „Mein Vater hatte viel Fantasie. Er hat oft Geschichten erfunden und sie für wahr gehalten.“ So meinte Seeböck, der in seinen letzten Lebensjahren zurückgezogen lebte, von einem schottischen Grafen abzustammen: „Er hat sieben Dudelsäcke besessen und alles im Überfluss gekauft, dabei unglaublich viel Geld verschwendet. 20 Motorräder gehörten auch dazu.“ Die Dudelsäcke hat der zuletzt alkohol- und tablettensüchtige Star an seinen Dudelsack-Lehrer vererbt. „Die Kilt-Röcke wollte keiner“, sagt Jakob.
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