Kultur
28.02.2012

Erstes Kulturfestival über Down-Syndrom

Die "I Dance company" erarbeitet dieses Jahr wieder ein Stück von Peter Turrini. Erstmals widmet man dem Down-Syndrom in Wien ein eigenes Festival.

Bei Menschen mit Down Syndrom (auch Trisomie 21 genannt) ist das Chromosom 21 dreifach vorhanden. Um die Öffentlichkeit auf die besondere Lebenssituation von Personen mit dieser angeborenen genetischen Veränderung aufmerksam zu machen, wird seit sieben Jahren symbolträchtig am 21. März der Welt-Down-Syndrom-Tag begangen - der heuer erstmals auch offiziell von den Vereinten Nationen anerkannt wurde. Die Wiener "I Dance company", in der seit 2008 Künstler mit und ohne Down-Syndrom zusammenarbeiten, veranstaltet vom 2. bis 21. März in der Burgtheater-Dependance Kasino am Schwarzenbergplatz und der Wiener Kammeroper ein "Down-Syndrom Festival". "Seit fünf Jahren stehen wir einmal pro Jahr mit einer neuen Produktion auf der Bühne, nun möchten wir einen Schritt weitergehen und im Rahmen des Down-Syndrom Festivals die Arbeit der company noch stärker als eigene Kunstform etablieren", erklärte Beata Vavken, künstlerische Leiterin der "I Dance company", in einer Aussendung. Dabei setzt das Festival auf die Verbindung verschiedener Kunstelemente und wartet mit Tanz, Theater, Performances, Lesungen und einem Symposium auf.

Das Konzept überzeugte auch Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann: "Ich bin froh, dass wir die Produktion 'Im Namen der Liebe' bei uns zeigen können. Die anspruchsvollen Tanzproduktionen der Truppe faszinieren durch ihren professionellen Zugang und vermitteln ein hochkreatives und künstlerisch eigenständiges Programm."

as vielfältige Konzept des Festivals überzeugte auch Matthias Hartmann, sodass er die Tore seiner Burgtheater-Spielstätte "Kasino am Schwarzenbergplatz" öffnet: "Ich bin froh, dass wir die Produktion "Im Namen der Liebe" der I Dance company bei uns zeigen können. Die anspruchsvollen Tanzproduktionen der Truppe faszinieren durch ihren professionellen Zugang und vermitteln ein hochkreatives und künstlerisch eigenständiges Programm."

Turrini-Stück

In "Im Namen der Liebe" erzählt Peter Turrini gemeinsam mit den Künstlern mit Down Syndrom der "I Dance company" von der Euphorie des Verliebtseins über die ersten leisen Zweifel, die darauffolgenden Kämpfe, usw. (16./17./18.3.). Turrini hat auch das Vorwort zu dem Bildband "Down to Art" geschrieben, der zum Auftakt des Festivals am 2. März präsentiert wird. Das Buch beschreibt die Arbeit der "I Dance company" und zeigt, wie die Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Down Syndrom einander wahrnehmen. In "One Night Stand With God" gewährt Magdalena Tichy, Ensemble-Mitglied der "I Dance company", einen Blick in ihre Welt voller Ängste, Hoffnung und Liebe (9./10.3.). Für die Produktion "Oui - Non" wurden die ehemaligen Solisten des Wiener Staatsopernballetts, Jolantha Seyfried und Wolfgang Grascher, als Partner gewonnen, das Bühnenbild wurde in Kooperation mit dem Haus der Künstler in Gugging gestaltet (2./3.3.). Am 15.3. ist im Rahmen eines Gastspiels des Berliner Ensembles RambaZamba "Die Winterreise" zu sehen. Mit über 25 Inszenierungen sowie mehr als 100 Gastspielen waren die deutschen Schauspieler mit und ohne Behinderungen schon in ganz Europa unterwegs. Das Symposium "Talent und/oder Behinderung" am 18.3. widmet sich u.a. Fragen wie "Kann ein Mensch mit Down-Syndrom ein Künstler sein, kann er aus sich selbst heraus, eigenständig, künstlerische Werke vollbringen, usw.?".

Weiterführende Links