Hier entsteht ein Festspielhaus, das seinesgleichen sucht: Das Winterspielhaus in Erl wird den größten Orchestergraben der Welt beherbergen. Eröffnung: 26. Dezember

© Georg Leyrer

Erl: Ein Architektur-Juwel für die Musik
08/05/2012

Erl: Ein Architektur-Juwel für die Musik

Die Tiroler Festspiele verdoppeln ihre Spielstätten: Nach einem Entwurf von Delugan Meissl entsteht in Erl ein spannender Bau, der u. a. den größten Orchestergraben der Welt beherbergen wird. Eröffnung mit den ersten Erler Winterfestspielen ist am 26. Dezember.

Was wird das denn eigentlich?", fragte eine Besucherin der Tiroler Festspiele Erl jüngst, am Abschlusswochenende der Sommersaison, ihre Begleitung – mit Blick auf einen gerade im Entstehen begriffenen, spektakulären Bau neben dem weiß leuchtenden Passionspielhaus. Die Antwort ist einfach: Es wird ein Festspielhaus, das seinesgleichen sucht. Und das den Festspielen in Erl – die soeben ihre bisher erfolgreichste Saison beendet haben – ganz neue Möglichkeiten bringt: Am 26. Dezember öffnet das von Delugan Meissl Associated Architects konzipierte Winterspielhaus seine Pforten. Und damit kann Festspielchef Gustav Kuhn auch in der kalten, skitouristenreichen Wintersaison ein spannendes musikalisches Programm anbieten. Neujahrskonzert inklusive.

Rekorde

Festspielpräsident und Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner betont: "In Erl haben wir eine besondere Antwort auf die Krise gefunden – eine tirolerische: Grad’ extra bauen wir ein neues Festspielhaus."

7000 Quadratmeter Nutzfläche wird es haben, 36 Millionen Euro wurden dafür aufgebracht, zum Großteil durch die Haselsteiner Familien-Privatstiftung, die auch die Erhaltungs- und Bespielungskosten tragen wird. 8 Millionen kommen von der Tiroler Landesregierung, auch vom Bund erhofft man sich diese Summe.

Ein Blick ins Innere des rasch voranschreitenden Baus zeigt ein bereits jetzt luxuriöses Haus – und macht die gewaltigen Dimensionen des weltweit größten Orchestergrabens fühlbar. Auf 160 Quadratmetern werden sich die Musiker ausbreiten können. Für das Publikum gibt es 732 Sitzplätze auf der Tribüne.

Aber auch die Außenansicht des geometrisch waghalsigen Baus, der in Verbindung mit der umgebenden Natur steht und an ein freigelegtes Juwel erinnern soll, beeindruckt schon jetzt. Das blitzweiße, nicht winterfeste Passionsspielhaus (bisher alleiniger Spielort der Festspiele) tritt mit dem neuen Haus in eine durchdachte architektonische Choreografie: Leuchtet das Passionsspielhaus im Sommer schon von Weitem her weiß über die grünen Wiesen Erls, tritt es im (hoffentlich schneereichen) Winter naturgemäß optisch in den Hintergrund. Dafür entfaltet dann das dunkle Festspielhaus, das sich im Sommer optisch in den umgebenden Wald einfügt, gegenüber dem hellen Hintergrund seine volle visuelle Wirkung.

Programm

Doch der Neubau – Baubeginn war Oktober 2010 – ist weit mehr als ein Winterspielhaus. Er beherbergt künftig Räume für die technischen und künstlerischen Mitarbeiter der Festspiele. Und er wird in den Jahren, in denen in Erl die Passionsspiele stattfinden (wie 2013), zur einzigen Festspiel-Spielstätte, in regulären Sommern zur zweiten Bühne. Vorerst aber einmal gibt es ab 26. Dezember (und dann jährlich zur selben Zeit) ein reichhaltiges Winter-Programm mit zahlreichen Neuerungen: Bach, Händel, Belcanto und das weitere italienische Repertoire stehen im Zentrum, ein Neujahrskonzert mit Strauß, Suppé und Lanner ist ebenso geplant wie Verdis "Nabucco" und Mozarts "Figaro".

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