© APA/Oliver Roth

Kultur
12/05/2011

Eine Suche nach dem Geheimnis der Seele

Vordergründig ist Isenhart ein Kriminalroman um einen Serienmörder im Mittelalter. Hintergründig aber mehr.

Holger Karsten Schmidt - "Nur ein Mensch mit Überzeugung geht den Weg bis ans Ende.
Und selbst wenn du felsenfest überzeugt bist, kann es noch immer die falsche Überzeugung sein", sagte der gebildete Ritter Walther von Ascisberg seinem Schützling Isenhart.

Die Marketing-Strategen für das gleichnamige Buch scheinen diesem Motto gefolgt zu sein: Sie waren überzeugt, es sei eine kluge Strategie, das Buch gleichzeitig mit dem Fernsehfilm zu veröffentlichen. Es dürfte die falsche Überzeugung gewesen sein: Denn wenn das Buch gut war, schauen sich viele den Film an. Wenn aber der Film mau war, kauft man sich dann das Buch?

Wiederbelebt

Man sollte. Denn Isenhart ist nur vordergründig ein Kriminalroman um einen Serienmörder im Mittelalter. Das Leben in Rheinland-Pfalz rund um die Stadt Speyer (Spira) im frühen 13. Jahrhundert war hart und grausam. Isenhart wird kurz nach seiner Geburt erwürgt, gleich darauf aber wiederbelebt und in die Burg Laurin gebracht. Er wächst mit den Kindern des Fürsten auf. Gemeinsam mit Konrad wird er von Walther von Ascisberg unterrichtet.

Was Isenhart auszeichnet und immer wieder in Schwierigkeiten bringt, ist sein ungeheurer Wissensdurst. Er verliebt sich in die ältere Tochter des Fürsten, Anna. Mit der jüngeren, Sophie, verbindet ihn eine Art Seelenverwandtschaft.

Anna wird an einem Wintertag ermordet im Wald gefunden. Das Herz war ihr aus der Brust geschnitten worden. Ein Verdächtiger ist bald gefunden, per Gottesurteil verurteilt. Als ein neuer, ähnlicher Fall auftaucht, beginnt für Isenhart eine verzweifelte Suche nach dem Mörder und dessen Motiv; eine Suche, die bis nach Spanien führt, ihn mit seiner Herkunft
konfrontiert und sein Weltbild erschüttert.

Das Gefühl, das Leser des historischen Romans packt, ist Dankbarkeit, dass wir in der heutigen Zeit leben dürfen. Auch zeigt sich, dass unsere Entwicklung überschaubar ist: Wo die ethischen Grenzen der Forschung liegen, beschäftigt Menschen nach wie vor. Wie viel die Seele wiegt, weiß man angeblich (21 Gramm), aber ihrem Geheimnis sind wir nicht nähergekommen.

KURIER-Wertung: **** von *****

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.