Kultur
03.03.2018

Ein Tag ohne Gebühren (oder nicht)

Was man sich ohne Fernsehapparat sparen kann – und versäumt.

Wer sich über die ORF-Gebühr ärgert, hat eine einfache Alternative: Ohne Fernsehapparat zahlt man auch keine GIS. Beziehungsweise kein TV-Entgelt: Gibt man den Fernseher weg und meldet das beim GIS, spart man 12,61 Euro pro Monat.

Das ist nicht die ganze GIS: In der ist auch noch das Radioentgelt (4,60 Euro) enthalten. Das abzumelden ist ein wenig heikler: Man wird überrascht sein, wie viele Geräte ein Radio (mit-)enthalten. Also vielleicht lieber weiterzahlen und Ö1 oder FM4, zwei Garanten der ORF-Qualität, guten Gewissens hören.

Bewegtbild jedoch kann man dann noch am Laptop oder Computermoniter konsumieren. Vorsicht: Wenn der Rechner eine DVB-T-Empfangseinheit hat, dann fallen wieder Fernsehgebühren an. Konsumiert man Fernsehen aber ausschließlich über das Internet, schaut man gebührenfrei.

Streaming

Und ist mitten in der schönen neuen Streamingwelt. Anbieter wie Netflix oder Amazon bieten Serien, Filme, Talkshows und mehr – für eine monatliche Abogebühr. Dort gibt es sogar – in homöopathischen Dosen – österreichischen Content: "Die Vorstadtweiber" oder "Vier Frauen und ein Todesfall" auf Netflix etwa.

Viele Privatsender (auch die heimischen) haben Mediatheken, in denen ein Großteil des Programmes legal und gratis abzurufen ist.

Eine größere Abwägungsherausforderung ist der Umgang mit dem ORF-Angebot im Internet: In der TVthek kann der allergrößte Teil auch des ORF-Programmes gänzlich gebührenfrei via Streaming konsumiert werden.

Wobei sich aber dann die Frage stellt, warum man einerseits ORF konsumieren, andererseits keine Gebühren zahlen will. Das hat dann doch etwas von Gratisesser.

Auch viele heimische Kinofilme kann man auf einer gemeinsamen Online-Plattform der Kinobetreiber (gegen Entgelt) anschauen (muss sich dabei aber bewusst sein, dass viele davon vom ORF kofinanziert sind).

Schwierig wird es aber für Nachrichten- und Sportinteressierte. Zwar gibt es viel davon im (Bezahl-)Fernsehen. Doch wer wissen will, worüber sich die Politik (und der Nachbar) gerade wieder aufregen, der braucht den ORF.