© puber/grubhofer/wirr

Ausstellung
10/16/2013

Ein falscher Puber um 3000 Euro

Dem umtriebigen Graffiti-Sprayer und "Stadtfeind Nr. 1" ist nun sogar eine Ausstellung gewidmet.

Im Wirr in der Wiener Burggasse werden neuerdings Fotos ausgestellt, auf denen die Arbeiten von Puber zu sehen sind. Sie wissen schon, jener anonyme Sprayer, der angeblich aus der Schweiz kommt und neuerdings in Wien umtriebig ist. Geht man durch die Straßen der Bundeshauptstadt, dann gibt es kaum noch Fassaden, an denen Puber nicht vorbeigekommen ist. Der Sprayer ist scheinbar unermüdlich, zieht Nacht für Nacht mit diversen Farbdosen durch die Straßen und hinterlässt seine "Duftmarken" überall: an Gebäudewänden, auf Rollläden, Straßenbänken, Fenstern und diversen Gegenständen. Einige Tags hat der Wiener Rechtsanwalt Gregor Grubhofer mit seiner Kamera dokumentiert. Die Bilder sind nun bis Ende Oktober im Wirr zu sehen bzw. käuflich erhältlich.

Während die Taten von Puber für einige „das Letzte“ sind, als Schmierereien oder "Trash" bezeichnet werden und ihn viele hinter Gitter bringen möchten, sieht das Grubhofer anders. Für ihn ist Puber ein Künstler: "Wenn Arnulf Rainer und Hermann Nitsch Künstler sind, dann auch Puber. Was er zur vollkommenen Anerkennung seiner Kunst zu benötigen scheint, wäre somit eine gerichtliche Verurteilung, eine Professur an der Wiener Kunstakademie und die Errichtung seines eigenen Museums", so der Rechtsanwalt bei seinem Vortrag anlässlich der Eröffnung der Ausstellung.

Für Grubhofer macht Puber auf eine andere Art das, was man alsNarzissmus oder als Ego-Shooting zusammenfassen könnte: Während sich andere via Facebookselbst darstellen, so viele Likes und Freunde wie möglich sammeln, will Puber einfach seinen Namen überall sehen. Nicht mehr und nicht weniger.

Ab 1500 Euro ist man dabei

Die Ausstellung soll einen öffentlichen Diskurs über Graffiti, Vandalismus und Kunst anregen und folgende Fragen aufgreifen: Warum wird manche Kunst zu absurden Preisen verkauft? Wie sieht es mit dem Handeln von Künstlernamen aus? Und so werden die Arbeiten im Wirr auch zu horrenden Preisen angeboten: Für ein Foto von Pubers-Sprayereien verlangt Grubhofer mindestens 1500 Euro. Für das Exponat "Die unsichtbare Hand" muss man gar 3000 Euro hinblättern. Bei diesem Ausstellungsstück handelt es sich um einen Sprayer-Handschuh. Das Stück ist in einem Objektrahmen eingefasst (siehe Bild oben) und wurde angeblich von Puber, der laut dem Veranstalter "persönlich bei der Ausstellung gewesen sein soll", signiert.

Mittlerweile nimmt die Diskussion um Puber also etwas bizarre Formen an. Warum schaut eigentlich Banksy nicht wieder mal in Wien vorbei? Dann wäre die Aufregung um Puber wohl rasch vorbei und man könnte sich mit hintergründiger Street Art auseinandersetzen.

Bilder von Pubers Streifzug durch Wien:

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