Die Gewinner der Filmfestspiele von Venedig

Der Goldene Löwe der 68. Internationalen Filmfestspiele in Venedig ging an "Faust" mit dem Österreicher Johannes Zeiler in der Hauptrolle. Jurypreis für Michael Glawogger.

Der Goldene Löwe für den besten Film der diesjährigen Filmfestspiele von Venedig ging an die "Faust"-Version von dem russischen Regisseur Alexander Sokurow. Die Hauptrolle und Faust höchstpersönlich spielte der Österreicher Johannes Zeiler. Die Tragödie aus der Feder von Johann Wolfgang von Goethe konnte die Jury am Lido überzeugen. Den Silbernen Löwen für die beste Regie erhielt Cai Shangjun für seinen Film "People Mountain People Sea", im Original "Ren shan ren hai" genannt. In dem chinesischen Überraschungsfilm sucht ein Mann nach dem Mörder seines jüngeren Bruders. Der Spezialpreis der Jury ging an "Terraferma" von Emanuele Crialese. Der Film handelt von einer italienischen Familie, die hauptsächlich vom Fischfang und Tourismus lebt. Als immer mehr Flüchtlinge aus Afrika auf Lampedusa - dem Heimatort der Familie - landen, helfen sie ihnen und bieten Unterkunft und sonstige Unterstützung an. Den Preis für den besten Schauspieler konnte sich der deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender für "Shame" sichern. Er spielt darin einen jungen, erfolgreichen und sexsüchtigen New Yorker Geschäftsmann. Regie führte der Brite Steve McQueen. Als beste Schauspielerin wurde Deanie Ip (alternativ: Deanie Yip) für "A Simple Life" (Originaltitel: "Taojie") geehrt. Regie führte Ann Huis. Der Film thematisiert eine Freundschaft zwischen einem Mann und seiner ehemaligen Hausangestellten. Der Preis für das Bestes Drehbuch ging an Efthimis Filippou und Yorgos Lanthimos für "Alpis". Der griechische Film erzählt die Geschichte über Menschen, die gegen Bezahlung in andere Rollen schlüpfen und sich nach und nach selbst verlieren. Auch Österreich darf sich über einen Preis freuen. Michael Glawogger erhielt für "Whore's Glory" den Spezialpreis der Jury in der Nebenreihe Orizzonti. Der schonungslose Einblick in die Welt der Prostitution auf drei Schauplätzen, in drei Sprachen und dem Hintergrund von drei Religion überzeugte die Jury am Lido. Den Preis für das Lebenswerk erhielt dieses Jahr der italienische Regisseur und Drehbuchautor Marco Bellocchio. 1986 sorgte er mit dem Film "Teufel im Leib" bzw. den freizügigen Liebesszenen darin für einen europaweiten Skandal. 2002 gewann er einen Sonderpreis der Internationalen Filmfestspiele von Cannes für "Ora di religione".
(KURIER.at) Erstellt am
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