Das sagen die Menschen über den ORF

Der KURIER hat TV-Konsumenten aus ganz Österreich befragt, was sie am ORF gut oder schlecht finden und ob sie der Ausgang der ORF-Wahl interessiert.

Es ist Zeit, kurz vor der ORF-Wahl, einmal die sonst so anonymen TV-Konsumenten nach ihrer Meinung über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu befragen.

Walter Steyer (65), Marktstandler aus Graz sagt: Aktuelle Nachrichtensendungen verfolge ich nicht nur im ORF, sondern auch in der ARD und im ZDF . Da liegen Welten dazwischen, zum gleichen Thema. Auch pointierte und rhetorisch brillante deutsche Polit-Talks mag ich. Im ORF fehlt der Biss. Es kommt einem vor, als sei alles parteipolitisch gelenkt. Das Unterhaltungsfilmangebot ist veraltet. Manche Filme habe ich im ORF schon 60-mal gesehen. Die Intendanten-Wahl ist mir wurscht. Es muss nur gearbeitet werden.

Weitere Meinungen: Zum Durchklicken. Sascha Pucinikic (34), Küchenchef aus Salzburg – Ich sehe grundsätzlich wenig Fernsehen. Wenn ich schaue, dann die Nachrichten, und da ist der ORF ideal. Man erfährt über Österreich und das Land Salzburg hier am meisten. Was mich an anderen Fernsehstationen so stört, ist die Werbung zwischendurch. Im Internet schau’ ich mir auch die Nachrichten an, das Facebook pflege ich auch, Radio höre ich so gut wie gar nicht.
Dass ein neuer ORF-Chef gewählt wird, habe ich schon irgendwo gehört, weiß allerdings nicht, wer der jetzige ist. Elsa Braunger (23), Studentin aus Bad Vöslau – Sehenswert ist die "Donnerstag-Nacht" im ORF. Auch die "ZIB 24" zählt für mich zu den Fixpunkten – wegen der lockeren und ironischen Art von Moderator Roman Rafreider. Störend finde ich hingegen die ewigen Wiederholungen alter Serien. Als Englisch-Studentin fehlt mir ein breites Angebot an Filmen im Zweikanal-Ton. Der politische Einfluss auf den ORF ist für die breite Öffentlichkeit schwierig nachzuprüfen. Ich denke aber schon, dass Positionen auf dem Küniglberg nach Parteibuch vergeben werden. Klaus Morocutti (83), Pensionist aus Maria Alm (Pinzgau) – Ganz wichtig sind mir die Nachrichten. "Salzburg Heute" schau’ ich mir jeden Tag an, das ist ein Fixpunkt, aber auch die Hauptnachrichten. Schön ist, dass man hier noch vieles über unsere Kultur und unsere Heimat erfahren kann. Die Sendung mit Sepp Forcher ist immer ein Gewinn. Ich vermisse beim ORF eigentlich nichts. Die bemühen sich ordentlich. Im Radio höre ich gerne Volksmusik. Dass ein neuer ORF-Chef gewählt wird, habe ich nicht gewusst, der jetzige heißt soviel ich weiß Wrabetz. Fabio Perger (17), Schüler aus Matrei (Tirol) – Ich bin eigentlich schon ein Fernsehmensch und zappe mich quer durch alle Kanäle. Ab und zu bleibe ich auch beim ORF hängen und schaue mir dort die eine oder andere Sendung an. Dass ich speziell nach einem bestimmten Programm im ORF suche, kommt eigentlich nicht vor. Ich bin mit dem Angebot schon zufrieden. So wie es ist, passt’s ganz gut. Also, dass es demnächst ORF-Wahlen geben soll, das ist ehrlicherweise komplett an mir vorbeigegangen. Das interessiert mich auch nicht. Peter Fieg (46), Bankangestellter aus dem Zillertal – Ich schaue schon ab und zu ORF, bin aber eher bei anderen Sendern, vor allem den Privaten, daheim. Mit dem Programm des öffentlichen Fernsehens bin ich eigentlich schon zufrieden. Ich schaue im ORF vorwiegend Nachrichtensendungen. Und die finde ich eigentlich von hoher Qualität. Die ORF-Wahlen interessieren mich nicht. Das ist ohnehin eine politische Sache, die ich nicht beeinflussen kann. Ich weiß natürlich trotzdem, dass der aktuelle ORF-Chef Alexander Wrabetz heißt. Romana Strimer (40), Mutter und Hausfrau aus Wien – Ich schaue relativ wenig fern, aber wenn, dann auch gerne mal ORF. Trotzdem würde ich nicht unbedingt sagen, dass er mir besonders wichtig wäre, da es noch viele andere Sender mit interessantem Programm gibt. Das Angebot des ORF finde ich in Ordnung. Was ich mir besonders gerne ansehe, sind die Filme von Rosamunde Pilcher. Von den kommenden Wahlen des ORF-Chefs habe ich beiläufig etwas gehört. Leider muss ich auch zugeben, dass ich keine Ahnung habe, wie der derzeitige ORF-Chef heißt. Klaus Zach (50), Selbstständiger aus Groß Gerungs – Die Informationssendungen und Magazine des ORF wie zum Beispiel "Thema", "Report", "eco" und die ZIB-Nachrichten sind schon sehr gut gemacht. Sonst sehe ich aber lieber andere Sender wie RTL und Sat.1, weil etwa in den deutschen TV-Programmen die besseren Serien und Filme ausgestrahlt werden. Über die Diskussionen um den ORF und Generaldirektor Alexander Wrabetz habe ich regelmäßig im KURIER gelesen. Allerdings lehne ich jeden Einfluss aus der Politik im ORF gänzlich ab. Paola Bono (48), Sängerin aus Wien – Der ORF ist schon schon wichtig und steht bei mir an erster Stelle. Wobei ich dazusagen muss, dass ich sehr selten den Fernseher einschalte. Dennoch möchte ich auf den ORF nicht verzichten, da er ein recht gutes Angebot hat. Ich vermisse nichts im Programm und wüsste auch keine Verbesserungen. Besonders wichtig sind mir allerdings die Nachrichten, die ich durchaus verfolge. Dass es Wahlen über einen neuen ORF-Chef gibt, habe ich nicht gewusst. Den Namen des derzeitigen ORF-Chefs weiß ich auch nicht. Helmut Kellner (70), Trafikant aus Linz – Die Qualität im ORF ist in den vergangenen Jahren ständig schlechter geworden. Mein Lieblingssender ist inzwischen der MDR. Im ORF schaue ich vor allem Sportsendungen, "Universum"-Dokus und die Nachrichten. Wobei mich immer ärgert, wenn bei Sportübertragungen bis zu fünf Kommentatoren eingesetzt werden. Es ist doch ein Wahnsinn, wie viel Geld da sinnlos verpulvert wird. Dass ein neuer ORF-Chef gewählt wird, weiß ich zwar, doch es interessiert mich nicht, weil sich eh nichts ändert. 

Bild: Symbolfoto Gerald Konrad (43), Gastronom aus Graz – Ich schaue fern, aber eher wenig. Wenn, dann nur österreichische Sender, ich habe nichts anderes. Bei deutschen Sendern geht mir nämlich die ständige Werbung auf die Nerven, wenn dann zum Beispiel ein Film um eine Stunde länger dauert. Am liebsten schaue ich Nachrichten und Sport, in der Früh schaue ich mir im Teletext die wichtigsten Nachrichten an. Das Angebot des ORF passt mir. Der ORF-Chef heißt Wrabetz. Wann Wahl ist, weiß ich allerdings nicht. Muss man das wissen? Daniela Steinkellner (18), Schülerin aus Linz – Der ORF – und hier speziell ORFeins – ist für mich sehr wichtig. Ich schaue insgesamt sehr viel und am liebsten amerikanische Serien wie "Mein cooler Onkel Charlie", aber gerne auch Sportsendungen und die Nachrichtenüberblicke. Am Programm vermisse ich nur wenig, weil alles das, was der ORF nicht anbietet, kann ich auf ProSieben finden. Dass am Dienstag schon wieder ein neuer ORF-Chef gewählt wird, habe ich nicht gewusst. Den Namen Wrabetz habe ich noch nie gehört.

Mehr zum Thema

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?