"Das Margareten" eröffnet: Ein neues Theater für Margareten
Von Silvia Kargl
„Voll Herzenswärme“ eröffneten die Prinzipalinnen Nadja Puttner und Jasmin Avissar am Wochenende „das Margareten - Raum für lebendiges Theater“ im historischen Festsaal des Eisenbahnerheims in Margareten, der zuletzt als Spielstätte vom Volkstheater genutzt wurde. Die Wände riechen nach der Sanierung durch den Eigentümer nach frischer Farbe, mittels Crowdfunding konnte in den letzten Tagen auch noch der Aufbau einer Tribüne für das Publikum realisiert werden.
Die technische Ausstattung steuerten die beiden Tänzerinnen, Choreografinnen und Pädagoginnen bei. Beide haben Erfahrung mit der Leitung von Studios, Puttner unter anderem beim Theater am Mittersteig. Sie sehen „das Margareten“ daher nicht nur als Raum für Bewegungstheater und Performances, sondern auch als Bereich zur Begegnung mit Kunst im Grätzel: „Menschen, die hier leben und zu uns kommen, sollen einen geschützten Raum haben, um auch selbst aktiv zu werden, sich zum Beispiel im Tanz erproben, einfach kreativ zu sein, und auch generationenübergreifend“, so Puttner im Gespräch am Sonntag.
Über die Einnahme an Workshops und Trainings, die sich auch an professionelle Tänzerinnen und Tänzer richten, sollen die Mietkosten finanziert werden.
Das Performance-Programm soll die Vielfalt der Stadt im Bereich der zeitgenössischen Kunst widerspiegeln, „wobei das Menschliche immer im Vordergrund stehen wird“, so Puttner, „das Margareten soll ein Ort sein, an dem jeder Platz hat, der offen für unterschiedliche Meinungen ist, und der damit als Ort für Begegnungen neue Perspektiven eröffnet“.
Im vom aus Syrien stammenden Schauspieler Saas Al Ghefari launig moderierten Eröffnungsprogramm wurden Einblicke in verschiedene Projekte gegeben, darunter live dargebotene elektronische Musik mit Vocals vom Duo QUOD, ein queeres Comedy-Programm mit Moritz Sauer, Tanzstücke von Avissar, Puttner und als Höhepunkt ein von Rebecca Horner choreografiertes Tanztrio, das die mythischen Protagonistinnen Elektra, Iphigenie und Kassandra in ihrer Erinnerung an Aulis, den Ort von Iphigenies Opferung, zusammenbringt. Das Margareten stellt sich als Ort vor, der neugierig auf seine Weiterentwicklung und die Annahme im Grätzel macht.
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