Kultur
20.05.2017

"Das hat wagnerianische Ausmaße angenommen"

Geoffrey Rush.Captain Barbossa ist wieder mit an Bord – verkörpert vom Oscar-Preisträger Geoffrey Rush, der schon in allen bisherigen Filmen dabei war.

KURIER: Haben Sie sich beim ersten Film vorstellen können, wie erfolgreich die Serie werden wird und dass Sie in mehreren Folgen mitspielen werden?

Geoffrey Rush: Nein! Denn als wir den ersten Film 2002 und 2003 drehten, war ich am Ende tot. Und ich dachte: Gut! Es war lustig, aber jetzt kann ich wieder andere Rollen spielen. Inzwischen hat das Ganze wagnerianische Ausmaße angenommen und ist zu einer Art "Fliegender Holländer" geworden. Ich fragte damals: Wie soll das gehen, dass ich im nächsten Film wiederauftauche? Die Antwort war: Voodoo! (lacht) Im Film ist alles möglich.

Wie war Ihr erstes Zusammentreffen mit Javier Bardem bei diesem Film?

Javier kam aus dem Make-up-Wagen und war zur Hälfte als Mensch und zur anderen Hälfte als Zombie geschminkt. Er kam gebückt und auf zwei Stöcke gestützt daher – wie ein verkrüppelter Riesen-Shrimp. Und ich kam mit einem Holzbein und Krücken. Diese Szene kostete uns beide eine große schauspielerische Überwindung: Wir mussten aufeinander zugehen, ohne in Gelächter auszubrechen, und gleich darauf eine harte Auseinandersetzung mimen. Niemand hatte mir außerdem gesagt, dass Javier eine schwarze Flüssigkeit aus dem Mund fließen würde, mit der er mich dann beim Reden auch noch anspuckte. Pfui Teufel! Aber das hat mir dann wieder geholfen, die Abscheu vor ihm entsprechend realistisch darzustellen. Ich habe mir dazu noch vorgestellt, wie dieser von Javier gespielte Salazar riechen könnte – wie ein totes Meeresgetier, das in der Sonne vor sich hin rottet. Das sind so die Tricks, die man als Schauspieler anwendet (lacht).

Und wie war die Zusammenarbeit mit Johnny Depp?

Er ist ein Meister im Improvisieren und man kann von ihm viel über das Timing von Pointen lernen. Er hat mir klargemacht, dass ein Gag verpufft, wenn beim Publikum der Groschen zu früh fällt. Wenn Sie den Film noch einmal sehen, achten Sie genau darauf, wie er etwas sagt und wo er Pausen setzt.