Filmkritiker parodieren Orgasmus-Poster
Es war eine der originellsten Promotion-Kampagnen des Jahres: Filmstars wie Charlotte Gainsbourg, Willem Dafoe, Uma Thurman, Stellan Skarsgard, Shia LaBeouf und Christian Slater posierten mit gestellten Orgasmus-Gesichtern, um Lars von Triers freizügigen Film "Nymphomaniac" zu bewerben. Im Internet wurden die Bilder nur so herumgereicht und es gab Parodien mit Gesichtern der Muppets-Figuren.
Am 25. Dezember läuft der neue Film des exzentrischen dänischen Regisseurs als Double Feature in Dänemark an. Kurz davor bekommt "Nymphomaniac" nun einen Promotion-Schub just aus jener Ecke, in der Filme ansonsten kritisch auf den Prüfstand kommen. Um den Bodil-Preis 2014, das dänische Gegenstück zu den Oscars, zu bewerben, zogen sich zwölf dänische Filmkritiker aus und parodierten die verzückten und verzerrten Gesichtsausdrücke der Filmstars.
Ins Bild klicken, um reinzuzoomen. Foto: Danske Filmkritikere
Begeisterung für Filme
Mit der Aktion wolle man sich nicht über den Film lustig machen, sondern die gespannte Erwartung auf "Nymphomaniac" zum Ausdruck bringen. In einer Aussendung bemerkt der dänische Kritikerverband dazu: "Manche glauben vielleicht, wir sitzen alle im Elfenbeinturm und blicken mit kritischen Augen auf die Filmlandschaft herab, ohne dabei Spaß zu haben. Aber, wie jeder andere, können wir genauso von großen Kinoerlebnissen gepackt werden - und fürchten uns nicht davor diese Begeisterung mit allen zu teilen!"
"Nymphomaniac" ist nach "Antichrist" und "Melancholia" der letzte Teil der "Trilogie der Depression", wie es von Trier selbst nennt. In "Nymphomaniac", der am 21. Februar auch in den österreichischen Kinos anläuft, erzählt er die Geschichte von Joe (Charlotte Gainsbourg), die sich seit ihrer Jugend der zügellosen Erotik hingibt.
Internet-Serie in Planung
Produzentin Louise Vesth ist der Kopf hinter der "Nymphomaniac"-Kampagne. Im Gespräch mit der Film-Website Cineuropa verriet sie Details über die Veröffentlichungsstrategie. Neben der vierstündigen, normalen Kino-Version in zwei Teilen wird es einen fünfeinhalbstündigen Director's Cut geben, der auch eine härtere Version mit allen expliziten Szenen darstellt. Darüber hinaus sei eine Serie geplant, die übers Internet verfügbar sein soll.
Mit der Entscheidung, ein vierstündiges Double Feature herstellen zu lassen, hat Lars von Trier übrigens erstmals in seiner Karriere auf das Recht für den Final Cut verzichtet, wie das Branchenmagazin Hollywood Reporter berichtete.
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