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Kultur
09/23/2018

Christina Stürmer: Offenheit der Tochter prägte den Pop-Sound

Auf ihrer neuen Platte „Überall zu Hause“ klingt die 36-Jährige poppig und rundum positiv.

Wenn Christina Stürmer mit ihrer zweijährigen Tochter Marina spazieren geht, ist sie oft vom Mut der Kleinen überrascht. „Sie ist so offen, geht auf alle zu und sagt zu Wildfremden ,Hallo!’“, erklärt die Sängerin im Interview mit dem KURIER. „Sie sieht in allem den Freund und nicht den Feind. In einer Welt, wo alle nur auf ihr Handy starren und die Supermarkt-Kassiererin angranteln, ist das so schön zu beobachten. Ihre Offenheit hat sicher auf mich abgefärbt. Dass ,Überall zu Hause’ eine so positive Grundstimmung hat, liegt hundertprozentig an Marina.“

Weit mehr als in die Texte ist diese Grundstimmung in den neuen Stürmer-Sound eingeflossen. Der ist poppiger, mit mehr elektronischen Instrumenten und Beats. Auf Facebook gab es dafür schon den Kommentar „Schlager“, als die Vorabsingle „In ein paar Jahren“ erschien.

Gute Laune

„Ich kann nicht sagen, dass ich nach 15 Jahren eine dicke Haut bekommen habe und mir so etwas wurscht ist. Ich habe viel nachgedacht, ob sich das auf den Text oder den Beat bezieht. Aber ehrlich gesagt verstehe ich es noch immer nicht.“

Der neue Stürmer-Sound ergab sich aus den veränderten Vorlieben der 36-Jährigen. „Ich habe in den letzten beiden Jahren viel Imagine Dragons gehört. Und vor allem OneRepublic. Die feiere ich besonders ab, weil mir deren Musik so gute Laune macht. Das hat uns im Studio sicher beeinflusst. Ich habe nicht unbedingt nach einem neuen Sound gesucht. Aber als wir die ersten derartigen Nummern hatten, dachten wir, toll, so etwas auf Deutsch gibt es eh noch nicht.“

So gab es zwar klanglich keine Vorgaben für „Überall zu Hause“, sehr wohl aber textlich. Denn ein „Mama-Album“ wollten sowohl Stürmer, als auch ihr Lebens- und Musik-Partner, der Gitarrist und Co-Songwriter Oliver Varga vermeiden: „Das spricht dann nur mehr Eltern an. Ich will aber alle ansprechen. Und ich bin ja nicht nur Mama, sondern mache auch viele andere Sachen, die ich auch verarbeiten wollte.“

Termin-Hetze

In „Freu dich nicht zu spät“ besingt sie zum Beispiel die Tatsache, dass sie die Zeit bei Starmania und die Jahre danach, als sie in Deutschland berühmt wurde, gerne mehr genossen hätte. „Ich habe zum Beispiel in der Stadthalle gespielt, bin aber gleich am nächsten Tag zum nächsten Termin gerast. In der Zeit hätte es mir gut getan, mal Pause zu haben, um zu fragen: ,Was war gut an der Woche? Worauf bin ich stolz? Was will ich ändern?’ Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass ich da schneller war als mein Kopf.“

Hierzulande live zu sehen ist Christina Stürmer erst wieder im Mai 2019. Auch dann wird Marina wieder dabei sein. Sie kennt das schon. Als sie sechs Monate alt war, war die Kleine das erste Mal mit Mama und Papa auf Tour. Die Kritik, die Stürmer damals dafür einstecken musste, das Baby mitzunehmen, lässt die elffache Amadeus-Preisträgerin aber kalt.

„Marina ist mehr mit ihren Eltern zusammen, als andere Kinder. Und wenn wir auf der Bühne sind, ist immer jemand von der Familie bei ihr. Letztes Mal war es meine Schwester. 2019 fahren Olivers Eltern mit, dann sind Oma und Opa für Marina da. Es fehlt ihr dabei an nichts.“

Christina Stürmer auf Tour:

17. 5. 2019   Wien/Arena

18. 5. 2019   Graz/Schlossbergbühne Kasematten

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