Kultur
29.09.2018

Causa Erl: Weitere Vorwürfe gegen Gustav Kuhn

Musiker und ehemalige Angestellte sprechen in einem offenem Brief von "übergriffigem Verhalten" und "struktureller Gewalt".

Gegen den mittlerweile von den Tiroler Festspielen Erl abgezogenen künstlerischen Leiter Gustav Kuhn sind neuerlich Vorwürfe erhoben worden. In einer Vorabmeldung des Nachrichtenmagazins profil sprechen acht Musiker und ehemalige Angestellte der Festspiele abermals von "übergriffigem Verhalten in vielerlei Hinsicht und struktureller Gewalt gegenüber Frauen und Männern".

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Ex-Chefbühnenbildner Jan Hax Halama und Ex-Marketingchef Christoph Ziermann. Das Schreiben verstehe sich als "Solidaritätsadresse" an jene fünf Künstlerinnen, die im vergangenen Juli Kuhn "anhaltenden Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe" vorwarfen, hieß es. Die acht Musiker und Ex-Mitarbeiter stellen "die Forderung nach definitiver Entlassung Gustav Kuhns aus allen Funktionen des Festspielbetriebs", berichtete profil.

Kuhn hatte Ende Juli seine Funktion als künstlerischer Leiter der Festspiele bis zur vollständigen Klärung mit sofortiger Wirkung ruhend gestellt, nachdem fünf Künstlerinnen in einem offenen Brief schwerwiegende Vorwürfe erhoben hatten. Ende September gaben die Festspiele schließlich auch die Beurlaubung Kuhns als Dirigent bekannt.