© Becker/GÜNTER W. HIEGER

Kultur
04/19/2019

Buchkritik: Zdenka Becker hat "Ein fesches Dirndl"

Integration? Nein, weil es zunächst ums Überleben ging, als die Schriftstellerin aus Bratislava heiratete und nach Favoriten kam.

„Woher kommen Sie?“ ist keine gute Frage. Da steckt drinnen: Sie gehören nicht hierher, Sie sind anders. Es dauerte, bis die Schriftstellerin Zdenka Becker (Foto oben) antworten konnte: Na und? Bin ich halt Österreicherin und trotzdem anders.

Eigene Herkunft

„Ein fesches Dirndl“ ist ihre Geschichte. Wie sie in Bratislava einen Österreicher heiratete und  durch den Eisernen Vorhang ins Paradies kam – nach Favoriten, wo ihr die Sobotkas und Nowotnys (von den Hatscheks befreit) ins Gesicht sagten: Zu viele Ausländer sind da.
Das ist nicht nur ein guter, sondern ein wichtiger Roman: gegen das Vergessen der eigenen Herkunft.
Es ging im zehnten Hieb fürs junge Paar um – Integration? Ums Überleben! Ein Baby war unterwegs, der Ehemann studierte, ihr Wirtschaftsstudium wurde  nicht anerkannt ... Erst heute, längst im Dorf bei Sankt Pölten lebend, kann’s vorkommen, dass Zdenka Becker ein Dirndl anziehen WILL.

 

Zdenka
Becker: „Ein
fesches Dirndl
Gmeiner Verlag.
279 Seiten.
20,60 Euro.

KURIER-Wertung: ****