© Annette Hauschild

Kultur
08/24/2019

Buchkritik: Philippe Laçon und "Der Fetzen"

Der Franzose überlebte den Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" mit zerschossenem Kinn.

von Peter Pisa

Das letzte Mal, als nahezu mit Wut darauf reagiert wurde, wenn es eine Störung beim Lesen gab, war bei „Lincoln im Bardo“ von George Saunders.

Und jetzt wieder, bei dem in Fetzen gerissenen Leben des Journalisten Philippe Laçon, Kritiker bei Libération und Autor des Satiremagazins Charlie Hebdo: Laçon (Foto oben) war einer von ihnen, aber nicht tot. Sein Kinn war bei dem islamistischen Anschlag 2015 zerschossen worden – „ein Krater aus zerstörtem, herabhängendem Fleisch.“

Tröstend

282 Spitalsstage. Aber nie die Frage: Warum ich? Kein Hass, kein Selbstmitleid ... obwohl der Stern, auf dem das Leben weitergeht, unerreichbar schien.

„Der Fetzen“ verarbeitet das Trauma. Der Roman ist erschütternd. Und, so unglaublich das klingt, er tröstet. Denn „wir“ lassen uns nicht unterkriegen.

Außerdem ist Laçon ist ein herausragender Autor.

 

Philippe Lançon:
„Der Fetzen“
Übersetzt von Nicola Denis.
Tropen Verlag.
551 Seiten.
25,80 Euro.

KURIER-Wertung: **** und ein halber Stern

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