© Robin von Swank

Kultur
08/31/2019

Buchkritik: Michelle McNamara und "Ich ging in die Dunkelheit"

Ein Leben für "True Crime": Die amerikanische Autorin starb im Alter von 46 Jahren.

von Peter Pisa

McNamara - Foto oben - starb 2016 an einem tödlichen Medikamentenmix, unabsichtlich. Sie hatte nicht gesund gelebt, sie nahm Tabletten, weil sie im Morast watete: Ungeklärte Verbrechen wurden zur Besessenheit. Die Amerikanerin ermittelte selbst und schrieb darüber. Diese Mischung tut dem Buch nicht gut. Es franst überall aus.

Ex-Polizist

Vielleicht lehnt man „true crime“ ab. Beginnt man damit, könnte man trotzdem für Stunden verloren sein. Das Böse fasziniert. Gut formulierte Sätze sind unnötig. Fakten zählen. Details zählen, in der Art: Auf dem Highway 101 zwischen LA und San Francisco sind vier Ampeln.

McNamara jagte den „Golden-State-Killer“. Ab den 1970ern war er Serienvergewaltiger und -mörder. Erst nach ihrem Tod wurde ein 72-jähriger Ex-Polizist angeklagt. Noch wartet er auf den Prozess. Das Buch wurde inzwischen von Freundender Autorin  komplettiert. Was „Ich ging in die Dunkelheit“ noch fahriger macht.

 

Michelle
McNamara: „Ich
ging in die
Dunkelheit
Atrium Verlag.
Übersetzt von Eva Kemper.
432 Seiten. 24,70 Euro.

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

 

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