Wolfgang Hermann ohne Faustini: Wie man die Hölle verlässt

Wolfgang Hermann ohne Faustini: Wie man die Hölle verlässt
Der Roman "Insel im Sommer": Ein Mann versucht damit fertigzuwerden, dass sein Sohn tot ist

Offensichtlich fallen diejenigen mehr auf, die sich viel Platz nehmen, um wenig zu sagen. Die Bücher des gebürtigen Bregenzers Wolfgang Hermann (Foto oben) sind schmal, jeder der fünf Romane mit Herrn Faustini hat kaum mehr als 100 Seiten. Kult für Eingeweihte, ein aus der Welt gefallener Held, so normal, so eine coole Socke (mit Verlaub).

Provence

Auch „Insel im Sommer“ ist existenziell. Und kurz. Und hat Autobiografisches. Ein Vater versucht damit fertigzuwerden, dass sein Sohn gestorben ist. Er hat sich verloren. Wenn Wolfgang Hermann mehrmals die Hölle erwähnt, ist das nicht pathetisch, sondern echt. Wenn der Vater an jene Orte in die Provence reist, wo er einst mit seinem Sohn war, ist die Genauigkeit nicht unnötig, sondern wahrhaftig. Letztlich besiegt Schönheit die Trauer. Der Ruf vom Waldkauz. Der Blick eines Kindes ...

Diesmal wären einige Seiten mehr gut gewesen, um das Tempo der Ereignisse etwas zu drosseln.


Wolfgang Hermann:
„Insel im
Sommer“
Czernin Verlag.
72 Seiten.
17 Euro

KURIER-Wertung: ****

 

Wolfgang Hermann ohne Faustini: Wie man die Hölle verlässt

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