So wenig war bei Brunetti in Venedig noch nie los

So wenig war bei Brunetti in Venedig noch nie los
Das ist der 31. Roman der Serie von Donna Leon. "Milde Gaben"

Das Mysteriöseste an Fall Nr. 31 ist: Es geschieht so wenig. In diesem Punkt ist Donna Leon, die heuer 80 wird, im Alter Spitze geworden: Man las bereits ein gutes Gespräch über handgenähte Knopflöcher und vergaß dabei, dass man etwas Spannendes wollte.

Etwas Schlechtes

Diesmal übertreibt es die Amerikanerin ein wenig. Commissario Brunetti erfreut sich am Schnitt eines Mantels, über viktorianische Liebesromane und griechische Tragödien wird geredet, während der Höhepunkt der Pandemie überschritten ist, Brunetti keine Maske mehr trägt und sich die Verbrecher relativ ruhig verhalten.

Eine Bekannte aus Jugendtagen bittet um private Hilfe: Der Ehemann ihrer Tochter ist Buchhalter und so seltsam – sie fürchtet, „er tut etwas Schlechtes.“

„Milde Gaben“ (Titel), als Sozialleistungen gedacht, lassen die Gierigen nach Zentralamerika wandern. Außerdem ist ein Hund verschwunden, und Brunetti bekommt Risotto mit Radicchio aus Treviso.

Donna Leon:
„Milde Gaben“
Übersetzt von
Werner Schmitz.
Diogenes Verlag.
352 Seiten.
25,70 Euro

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

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