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Literatur
06/27/2021

Hape Kerkeling: Schade, dass es kitty-katty-magisch wird

Der Hang des deutschen Entertainers zu Fellnase, Samtpfote, Stubentiger

von Peter Pisa

Falls es heute keine neuen Katzenfotos auf Facebook gegeben hat: Hape Kerkelings Buch „Pfoten vom Tisch!“ ersetzt sie locker.

Der deutsche Entertainer gehört zu jenen, die meinen: Die Menschheit lässt sich in zwei Gruppen einteilen – in Katzenfreunde und in vom Leben Benachteiligte.

Kerkeling - Foto oben mit Veronica Ferres - hat 2014 traurig-schöne Memoiren geschrieben, „Der Junge muss an die frische Luft“. Die Art war angenehm, er bettelte nicht um Lacher, er setzte sich irgendwie mit einem Glas Rotwein dazu und plauderte

Das funktioniert beim Katzenbuch ja auch, wenn er seine Tanten und Großeltern und seine zweitbeste Freundin Gudrun einbezieht. Aber wenn Katzen zu sehr in den Mittelpunkt drängen, wird es etwas nervig. Da kündigt Hape Kerkeling an, jetzt wird es „kitty-katty-magisch!“

Das macht Angst.

Nicht reden

Bei allem Verständnis: Katzen sind Katzen sind Katzen, und wenn eine Katze männlich ist, darf es sogar zur Abwechslung ein Kater sein.

Aber alle anderen Bezeichnungen werden, noch dazu in ständiger Wiederholung, zur Quälerei:

Kerkeling hat eine Fellnase, dann hat er eine Samtpfote, dann hat er einen Stubentiger daheim – und wieder von vorne. Fellnase, Samtpfote, Stubentiger.

Er kennt sich aus. Er hat erfahren, wie Katzen die Menschen erziehen. Wie Menschen von Katzen lernen können, dass es dumm ist, sich kaputt zu machen – die Lehrer schlafen und meditieren drei Viertel ihres Lebens.

Selbstverständlich weiß er auch, dass man mit Katzen nicht reden soll, während sie ihre Notdurft verrichten.

Wenn Kerkeling nicht über sich und seine Erlebnisse mit ... Mieze sagt er fast nie, leider ... mit Fellnase erzählt, ist das Buch bloß ein Ratgeber: Wann wird miaut? Gebrummt? Gezischt? Ohrenkraulen kann Wunder wirken. Zittert der Schwanz, bedeutet es freudige Erregung.

Sehr interessant.

Aber man sollte berücksichtigen, dass es andauernd Ezzes gibt. Manche Menschen reagieren ja allergisch, will ihnen jemand etwas erklären. Sie wissen alles.

Im übrigen: Schläft die Katze mit eingezogenen Pfoten, wird bald Schnee kommen.

Muss im Juni wirklich nicht sein. Deshalb lieber Pfoten auf den Tisch!

Hape
Kerkeling:

„Pfoten vom Tisch!“
Piper Verlag.
304 Seiten.
22,70 Euro
Erscheint am,
30. Juni

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

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