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Literatur
06/26/2021

Buchkritik: Maxim Ossipow bei "Kilometer 101"

Die Diagnosen des russischen Arztes und Schriftstellers machen nicht froh

von Peter Pisa

Auf dem Krankenhausklo liegt ein Kreuzworträtsel, und im Feld, in das man ein Wort für „erbärmliche Menschen“ eintragen soll, steht hingekritzelt: Pack. Richtig wäre gewesen: Volk.

In diesem Spital, in diesem Land mit solchen Kreuzworträtseln arbeitet und lebt Maxim Ossipow. Er ist Kardiologe, Kritiker Putins und ein Schriftsteller, der dabei ist, sich im Ausland einen Namen zu machen.

Beides

101 Kilometer von Moskau liegt die Kleinstadt Tarussa. Hier, in der Provinz, spielen die meisten Geschichten. Die Männer sind oft dumm und sterben lieber, bevor sie ärztlichen Rat befolgen. Die Obrigkeit ist jenseitig, Spitalspersonal wird gekündigt, um Geld für ein Denkmal zu haben. Ossipows Diagnosen machen nicht froh. Ein österreichischer Diplomat spielt mit: „Wir Diplomaten sind alle zynisch – oder Alkoholiker. Er will nicht ausschließen, dass ein Diplomat beides ist.

Der Bergdoktor hat’s besser; aber kann nicht so gut schreiben.

 

Maxim Ossipow:
„Kilometer 101“
Übersetzt von
Birgit Veit.
Hollitzer Verlag.
352 Seiten.
25 Euro

KURIER-Wertung: ****

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