Buchkritik: Martin Suter und "Allmen und der Koi"

Buchkritik: Martin Suter und "Allmen und der Koi"
Manchmal ist es fast peinlich, wie sich der Schweizer dem schlechten Geschmack ausliefert.

Es ist keine Übertreibung, dass der bunte Karpfen, um den es geht, eine Million Euro kostet. Ein solcher Preis für einen Koi wurde tatsächlich gezahlt.

Die Serie um den verarmten Adeligen Allmen, der Detektiv spielt, begann als Fingerübung und führte trotzdem zu bisher drei Filmen. Wenn im sechsten Buch der Koi, der übrigens Boy heißt, gestohlen wird, geht die Reise nach Ibiza. Dort lebt ein alter, kranker US-Musikproduzent und will seinen Fisch zurück.

Filets

Spannend ist das wenig. Eher kulinarisch. Es werden schwarze Cocktails gemixt, es wird gekocht (Artischocken mit Blunzn), man taucht ins Reich eines Reichen, und dessen Freundin schlüpft zu Allmen ins Bett. Es ist fast peinlich, wie sehr sich Martin Suter - Foto oben - dem Geschmack der Masse ausliefert. Sprachliche Eleganz macht’s erträglicher.

Essen sollte man den Millionenfisch nicht (möchte man ins Buch hineinrufen). Er schmeckt wie alle Karpfen, das Kilo Filet 15 Euro.

Martin Suter:
„Allmen
und der Koi“
Digenes Verlag.
272 Seiten.
22,70 Euro.

KURIER-Wertung: ***

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