© Sophia Spring

Literatur
08/08/2020

Buchkritik: Hari Kunzru und "Götter ohne Menschen"

Das Unerklärliche ist anziehend, nicht nur in der amerikanischen Mojave-Wüste

von Peter Pisa

Das ist ein großes, fantastisches Gebäude. Das genaue Gegenteil von Robert Seethalers eben erschienenem reduziertem „Der letzte Takt“ über Gustav Mahler. Mit breiten Stockwerken, die vom Jahr 1947 nach 2008 führen, durcheinander geht die Fahrt, nach 1778 kommen 1969, 1920, 1871. Könnte sein, dass man vorzeitig aus dem Lift aussteigen will. Wäre schade. Ist aber durchaus verständlich.

Ein Mux

Zu verschiedenen Zeiten werden Menschen von der kalifornische Mojave-Wüste angezogen, ein Missionar, ein Flugzeugmechaniker, ein Rockstar, Militär, Eltern mit einem autistischen Buben. Dort ist ein Felsen, der wie Finger in den Himmel zeigt. Dort verschwinden Kinder.

Das Unerklärliche wird gesucht, man kann dabei verrückt werden. Dann sieht man Engel oder steigt in ein Raumschiff oder baut einen „Mux“ mit Ausrichtung zum Salomonischen Tempel.

Hari Kunzru (Londoner mit Wohnsitz in New York, Foto oben) hat bestimmt bei "Götter ohne Menschen" auch ans Aktuelle gedacht, Donald Trump gehört ja ebenfalls zum Unerklärlichen.


Hari Kunzru:
„Götter ohne Menschen“
Übersetzt von
Nicolai Schweder-Schreiner.
Liebeskind Verlag.
432 Seiten.
24,70 Euro

KURIER-Wertung: ****

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