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Literatur
05/16/2021

Bald wartet das „Literarische Quartett“ auf Grisham

In "Der Polizist" kommt Rechtsanwalt Jake Brigance aus dem Justizthriller "Die Jury", mit dem alles begann, zurück

von Peter Pisa

 Es war ja schon beim  vorigen Roman (dem 32.?) so, dass man sich dachte: Jetzt wird John Grisham - Foto oben - bald bei den herausragenden Büchern im Fernseh-„Literarischen Quartett“ besprochen werden. Und mit „Der Polizist“ würde er sich’s verdienen. (Fast.)

Sein bestes Buch, 32 Jahre nach dem Justizthriller „Die Jury“, mit dem Grisham berühmt wurde.

Ein langsames Buch. Es kümmert sich lieber um die handelnden Personen und gute Dialoge anstatt um billige Effekte. Niemand wird in den Gerichtssaal stürmen: „Er war’s nicht! Ich war’s!“

Es ist eindeutig, dass es der

16-jährige Drew war. Er hat den Lebensgefährten seiner Mutter mit dessen Waffe erschossen. Denn der Kerl, wenn er getrunken hatte, verprügelte regelmäßig die Frau – den Buben sowieso, und Drews jüngere Schwester missbrauchte er. Nachdem Mutter wie tot auf dem Boden lag, hat Drew den Schlafenden umgebracht. Das Opfer – ein Polizist.

Ein beliebter noch dazu.

In der Tatnacht hatte er 3,6 Promille. Kollegen wussten, dass er die Freundin blutig schlug. Sie hatten ihm die Mauer gemacht.

Wir sind in Mississippi. Drew wird nach dem Erwachsenenrecht angeklagt. Bei Mord droht die Todesstrafe. Soll man sich mit dem Staatsanwalt auf 30 Jahre einigen? Es verteidigt Jake Brigance, der Held aus „Die Jury“. Er setzt sogar sein Haus ein, damit sein traumatisierter Mandant nicht eingesperrt bleibt. Allein sein Kampf, damit Drew psychiatrisch untersucht wird, ist erschreckend spannend.

Es könnte passieren, dass jemand mit dem Schluss nicht einverstanden ist, weil man Entscheidendes auf dem Tablett serviert bekommen will. Da spielt Grisham diesmal nicht mit. Auch deshalb spielt er mehr denn je in der Literatur mit.


John Grisham:
„Der Polizist“
Übersetzt von
Bea Reiter, Imke Walsh-Araya und Kristiana Dorn-Ruhl.
Heyne Verlag.
672 Seiten.
24,70 Euro

KURIER-Wertung: **** und ein halber Stern

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