Kultur 05.12.2011

Blaue und Rote Mauritius in Berlin

© Bild: APA/Hans Klaus Techt

Die wertvollen Briefmarken sind im September in einer eigenen Ausstellung zu sehen. Auch der berühmte Bordeaux-Brief ist dabei.

Blau und Rot in ungekannter Eintracht: Das Berliner Museum für Kommunikation will nun erstmals die in aller Welt verwahrten seltenen Briefmarken Rote und Blaue Mauritius gemeinsam in einer umfassenden Ausstellung unter dem Titel "Das Treffen der Königinnen in Berlin" präsentieren. Die Postwertzeichen gehören zu den wertvollsten ihrer Art. Die weltweit einzigartige Schau zeige rund drei Viertel der heute noch existierenden 27 Mauritius-Marken, teilte das Museum mit, das selbst im Besitz einer Blauen und einer Roten Mauritius ist. Berlin ist vom 2. bis 25. September die einzige Station der Ausstellung.

Legendäre Marken

Die zwei Königinnen sind beide in Berlin.
© Bild: APA/Hans Klaus Techt

Die 1847 in der britischen Kronkolonie Mauritius herausgegebenen Marken stammen unter anderem aus den Sammlungen der britischen Königin Elisabeth II., der British Library, der Postmuseen in Den Haag und Stockholm und des Blue Penny Museums in Port Louis auf Mauritius. Auch Privatsammler stellen für die Schau in Berlin ihre Kostbarkeiten zur Verfügung.

Um viele der Marken ranken sich Mythen und Legenden, jede hat eine ganz eigene Geschichte. Allein der sogenannte Bordeaux-Brief habe einen Wert von vier Mio. Euro, sagte eine Museumssprecherin. Der sowohl mit einer Blauen als auch einer Roten Mauritius frankierte Brief war 1902 von einem französischen Schuljungen im Archiv einer Weinhandlung entdeckt worden.

Auch Königin Elisabeth II. sammelt mit

Die blauen Two-Pence- und die roten One-Penny-Marken waren in einer Auflage von jeweils 500 Stück herausgegeben worden. Als Vorbild diente dem Graveur die erste Briefmarke der Welt, die britische "Penny Black" mit dem Profil der jungen Königin Victoria. Es heißt, Lady Gomm, die Frau des Gouverneurs von Mauritius, habe die Marken damals eigens herstellen lassen, um ihre Einladungen zu einem Kostümball mit eigenen Briefmarken zu verzieren. Die Ausstellung zeigt die letzten drei erhaltenen Exemplare der von Lady Gomm versandten Umschläge.

Einer der Umschläge befindet sich heute im Besitz von Königin Elisabeth II.. Ebenfalls aus der Sammlung der Queen kommt die berühmte ungestempelte Blaue Mauritius, die zu den besterhaltenen Stücken zählt. Sie war 1903 von einem Schotten in einem von ihm als Kind 40 Jahre zuvor angelegten Briefmarkenalbum entdeckt worden.

Erstellt am 05.12.2011