Kultur
03.12.2018

Bilderbuch sind mit Acid-Jazz auf der Suche nach Erfüllung

Die in Wien ansässige Band veröffentlicht überraschend zwei Alben. Das erste, "Mea Culpa", in digitalen Formaten schon heute.

„Eine Erzählung mit ungewöhnlicher Dramaturgie, die am Stück gehört werden will“ versprechen Bilderbuch für ihr ab heute digital erhältliches Album „Mea Culpa“. Viel mehr sagen die Wiener dazu noch nicht. Nur, dass die Songs in Studios in Wien und Kroatien in einer höchst kreativen Phase entstanden. Weshalb sie jetzt der gängigen Meinung trotzen, Alben seien tot, und am 22. Februar mit „Vernissage My Heart“ gleich noch einen zweiten Longplayer auf den Markt bringen. Da wird es dann auch die physischen CDs zu beiden Werken, mehr Infos und auch wieder Interviews geben.

Die Erzählung von „Mea Culpa“ beginnt mit dem Song „Sandwishes“. Der Erzähler scheint in den frühen Morgenstunden aus einem schicken Club zu kommen und darüber nachzudenken, wie sich sein Leben von dem der superreichen Kids unterschiedet, die er dort getroffen hat. Getragen wird das von einer sanft groovende Mischung aus Acid-Jazz und Funk, in der sich auch musikalisch der Post-Party-Kater schon ankündigt, während die Energie der ausgelassenen Nacht noch nachhallt.

Lebensenergie

Hörbar zugeschlagen hat die Müdigkeit gleich danach bei der Heimfahrt im „Taxi, Taxi“, während bei „Lounge 2.0“ am nächsten Tag (auf der Suche nach einem Mittagessen, während die anderen schon jausnen) die Lebensenergie wieder in Schwung kommt.

Neues Album der Band Bilderbuch

Generell paaren Bilderbuch auf „Mea Culpa“ gern eine rockige, bluesige Gitarren mit loungiger Trance-Atmosphäre und legen die Beats als komplexe Kollagen aus Geräuschen und Wortschnipsel an, wobei die vitale, rockige Energie, die das Durchbruchs-Album „Schick Schock“ prägte, gegen Ende in „Memory Card“ und „Checkpoint (Nie Game Over)“ zurückkehrt.

Sänger und Texter Maurice Ernst skizziert mit gewohnt cleverem Wortwitz und zersplitterten Bildern das Leben eines Menschen, der in verwirrenden Zeiten auf der Suche nach Erfüllung (in, aber auch außerhalb der Liebe) ist, wobei nichts wirklich gut funktioniert, aber – wie es die chilligen Klänge reflektieren – auch nichts richtig dramatisch ist.

Mit „Mea Culpa“ ist der Sound von Bilderbuch noch vielfältiger und eigensinniger geworden. Und damit auch noch eigenständiger. So wie diese Band klingt keine andere – weltweit!