Kultur
05.12.2011

Bayreuth: Wagner kämpt gegen Schwarzmarkt

Festspielchefin Katharina Wagner will die Kartenvergabe prüfen und den Schwarzmarkt in den Griff bekommen. Festspiele beginnen am Montag.

Festspielchefin Katharina Wagner will nach der Kritik des Bundesrechnungshofes an der Kartenvergabe für Bayreuth die Kontingente überprüfen. Zwar wolle sie das Kontingent von 14 000 Tickets für den Mäzenatenverein "Freunde von Bayreuth" nicht antasten, sagte die 33-Jährige dem Nachrichtenmagazin Focus. Aber andere Kontingente kämen auf den Prüfstand.

Das gelte etwa für zwei Aufführungen, die an verschiedene Gewerkschaften gehen. "Oder das Kontingent, das mein Vater an Reiseveranstalter vergeben hat. Aus reinem Sicherheitsdenken, gut verkauft zu sein", zitiert "Focus" die Tochter des im März 2010 gestorbenen Wolfgang Wagner.

Kritik

Zudem wolle sie endlich den Schwarzmarkt in den Griff bekommen, wo Karten teils für mehr als 1.000 Euro verkauft würden. Wenn diese Maßnahmen gelängen, kämen auch größere Stückzahlen zu den Wagnerianern, die bis zu neun Jahre auf ein Festspiel-Billett warten müssen. Die Bayreuther Festspiele beginnen an diesem Montag.

Der Bundesrechnungshof hat die Vergabe der Festspieltickets jüngst kritisiert, da nur 40 Prozent der Karten in den freien Verkauf gehen. Die "Gesellschaft der Freunde von Bayreuth" hatte Kritik an dem Kontingent ihrer 14.000 Tickets zurückgewiesen: "Das sind keine Freikarten, jedes Ticket wird bezahlt", sagte Vorstandschef Georg von Waldenfels am Mittwoch in Bayreuth.

Von Waldenfels betonte, dass Bund und Land ihre Zuschüsse stark aufstocken müssten, würde sich sein Verein nicht mehr finanziell engagieren. In diesem Jahr unterstützt der Mäzenatenverein die Richard-Wagner-Festspiele nach eigenen Angaben mit mindestens drei Millionen Euro.

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