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© REUTERS / STEPHEN LAM

Kultur
12/08/2020

Auszeichnung abgesagt: 2020 selbst für schlechten Sex zu schlecht

Auszeichnung für miserable literarische Sexszenen für heuer ausgesetzt.

von Georg Leyrer

2020 ist so schlecht, dass selbst schlechter Sex keinen Platz hat: Der "Bad Sex Award", mit dem jährlich die schlechtesten, redundantesten, peinlichsten oder unnötigsten Sexpassagen in Büchern ausgezeichnet werden, ist für heuer ausgesetzt und soll erst 2021 wieder vergeben werden. Das gab die Literary Review, die den Preis vergibt, laut internationalen Medienberichten bekannt.

Die Öffentlichkeit sei heuer schon "zu vielen schlechten Sachen ausgesetzt gewesen, um diese auch noch schlechtem Sex auszusetzen", hieß es. Jedoch erwarte man für 2021 eine Flut an neuen Preiskandidaten, da die Pandemie "vielerlei neue Sexpraktiken" hervorbringe.

Qualität und schlechter Sex

Ihr weiches, warmes Fleisch machte mich verrückt ... Sie war heiß wie kochendes Wasser in einem Destilliergefäß" - Schwülstige Beschreibungen von Liebesakten finden sich nich nur in billiger Erotikliteratur, wie der "Bad Sex in Fiction Award" jedes Jahr beweist. So wurde etwa John Updike 2008 für sein Lebenswerk ausgezeichnet, mit einer Textstelle aus "Die Hexen von Eastwick".

Für Aufsehen sorgte auch, dass Richard Flanagan mit einer Stelle aus dem Roman "The Narrow Road to the Deep North" auf der Shortlist landete. Mitte Oktober des selben Jahres (2014( war der australische Schriftsteller für dasselbe Buch mit dem renommierten, mit 50.000 Pfund dortierten Man Booker Preis ausgezeichnet worden. Flanagan beschreibt, wie ein Liebhaber mit den Lippen dem rosa Abdruck des Slip-Gummibands auf dem Bauch seiner Geliebten folgt, wobei Flanagan die Linie mit dem Äquatorkreis um die Erde vergleicht. Das Beispiel zeigt, dass auch in Büchern mit hoher Qualität "schlechter Sex" vorkommen kann.

Weiters fanden sich Pulitzer-Preisträger (Michael Cunningham), ein jährlicher Anwärter auf den Literaturnobelpreis (Haruki Murakami) und eine prominente BBC-Journalistin (Kirsty Wark) unter den zehn Nominierten wieder.

Literary Review verbreitet unter dem Hashtag #BadSex auch ausgewählte Beispiele auf Twitter.

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