Stephanie Cumming  ist in der Titelrolle zu sehen. Der Film spielt um die Mitte des letzten Jahrhunderts und erzählt die Geschichte einer amerikanischen Schauspielerin und ihres Lebenspartners, des Fotojournalisten Stephen.
 
Kunst
11/28/2013

Ausstellung zu einem Film, der wie ein Gemälde aussieht

"Visions Of Reality" im Künstlerhaus in Wien.

Im ersten Moment fühlt man sich in die Ausstellungshalle eines Möbelhauses versetzt. Auf schrägen Podesten stehen da Polstermöbel, Fauteuils und Sessel in verschiedenen Farben und Formen.
Doch der Schein trügt.

Obwohl weiße Klebestreifen auf dem Parkettboden die Besucher vom Probesitzen abhalten, lässt sich der eine oder die andere hinreißen, die Objekte zu berühren, gar mit den Fingerknöcheln dagegen zu klopfen. Sie sind hart und hohl. Da stehen sie in drei Dimensionen, zum Greifen nahe, und sehen doch aus wie gemalt.

Film

Die Ausstellung „Visions of Reality“, noch bis 5. Jänner im Künstlerhaus in Wien, begleitet Gustav Deutschs und Hanna Schimeks Film „Shirley“, der im Stadtkino im Künstlerhaus läuft. Er spielt um die Mitte des letzten Jahrhunderts und erzählt die Geschichte einer amerikanischen Schauspielerin und ihres Lebenspartners, des Fotojournalisten Stephen.

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Das Besondere daran: Der Film spielt gewissermaßen in dreizehn verschiedenen Gemälden des amerikanischen Malers Edward Hopper, die als dreidimensionale Filmsets rekonstruiert, ausgestattet und dramaturgisch bespielt wurden.
Die Ausstellung zeigt Filmsets, Szenerien und Artefakte aus dem Film, ergänzt durch Wandprojektionen mit einer bunten Abfolge von u. a. Filmstills und illusionistischen Gemälden.

Gemeinsames Thema: die Frage nach Realität, Illusion und die Darstellung beider. „Visions of Reality“ gewährt Eingang in die Welt eines Films, der aussieht wie ein Gemälde. Wo der Film die intakte Vision einer Realität präsentiert, zeigt die Schau ihre anatomische Aufgliederung. Denn tauscht man die Kameralinse gegen den Blick des Betrachters, so lösen sich beim Vorbeigehen an den Kulissen die Nähte zwischen den Versatzstücken, aus denen sie bestehen. Was vormals als geschlossener Raum erschien, beginnt sich zu verzerren und aufzulösen. Plötzlich passt der Ausblick nicht mehr ganz in die Fensteröffnung, die Möbel sind schief und falsch proportioniert. Was auf der Leinwand als glaubwürdige Darstellung der Realität durchgeht, wird als Illusion entlarvt.

Liebeserklärung

Die Schau ist eine Liebeserklärung an die Scheinwelt Kino – und deren Hinterfragung. Trotz tiefgründiger Implikationen macht das Spiel von Täuschung und Ent-Täuschung und das Wandeln durch die bunten Architekturen der Hopper’schen Gemäldewelt Spaß. Dennoch: Ein gewisses Misstrauen gegenüber dem eigenen Blick wird so manchen vielleicht auch noch in die „wirkliche“ Welt begleiten.

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