Ausstellung: Pamela Anderson ungeschminkt

Marilyn Minter fotografiert große Werbekampagnen und bekam sogar Pamela fast ungeschminkt vor die Linse. Die Deichtorhallen zeigen ihre Kunstwerke.

Ja, das ist Pamela Anderson. Nur sieht sie nicht so aus, wie wir sie eigentlich kennen. Für die mittlerweile hochbezahlte Fotokünstlerin Marilyn Minter  ließ sich der ehemalige Baywatch-Star schon vor fast vier Jahren ablichten. Im Rahmen eines Covershootings für das Kunst-Magazin "Parkett" schoss sie die ungewöhnlichen, aber dennoch erotischen Bilder von Pam. Diese und viele andere farbprächtige Minter-Werke werden nun in den Deichtorhallen in Hamburg gezeigt. Hamburg widmet der mutigen Amerikanerin eine große Schau von April bis Juni 2011. Denn bevor Minter Stars für Magazincovers oder gefeierte Werbekampagnen für Tom Ford oder MAC knipste, zeichnete sie ... ... Bilder auf denen Geschlechtsteile im Großformat zu sehen sind. Als Vorlage dienten Fotos aus Porno-Magazinen. Ihre "Porn-Bilder" sind hauptsächlich in den 80er-Jahren entstanden und brachten ihr viel Spott und Kritik, vor allem von Feministinnen. Auch die aktuelle Ausstellung zeigt keines dieser Gemälde. Mittlerweile werden ihre Kunstwerke, die von gemalten Bildern über Fotos bis hin zu Videos reichen, von namhaften Promis wie Madonna geschätzt. Sie verwendete Fotografien und Videos von ihr als Hintergrund für ihre Tour. Aber auch von Kosmetikkonzernen wie MAC bekommt die 62-Jährige hochdotierte Aufträge. Mit ihren grellen Nahaufnahmen machte sie sich in den letzten Jahren einen Namen. Kunstexperten meinen, sie zeigt in ihren Bildern "die Pathologie des Glamours" auf. Sogar in der TV-Serie "Gossip Girl" waren ihre Werke zu sehen. Seitdem stieg die Anzahl ihrer jungen Fans. Sehr anziehend waren auch ihre Bilder von Julianne Moore für das Paper Magazin. Hyperrealistisch und mit hoher Farbintensität setzte sie die rothaarige Schauspielerin in Szene. Gerne besprüht sie Modelle mit Wasser, das Buch "Marilyn Minter" zeigt viele ihrer "Wet-Pictures". Sehr gut angekommen ist die von ihr geschossene Werbekampagne für Tom Ford. Die Ford-Brillenwerbung lebt von ihren detailverliebten Close-Ups. Der Designer selbst diente als Model für die Kampagne, der begeistert von Marilyn Minters Arbeiten ist und nun zu den Sammlern ihrer Bilder gehört. Für die Herbst/Winter Kampagne 2007 stellte Minter seine sündteuren Schuhe in schmutzige Lacken. Und auch für Schuhgott  Jimmy Choo setzte sie ihre Idee von nassen Schuhen fort. Auf ihren Erfolg musste sie aber lange warten. Erst 2005 hatte sie ihre erste große Museumsausstellung in San Francisco und wurde danach in unzähligen Kunstheften porträtiert. Ihre allererste Fotoserie, die sie noch am College in Florida schoss, sorgte 2007 in dem Magazin "Parkett" für Aufsehen, wo sie erstmals einem größeren Publikum präsentiert wurde. Schon 1969 hat sie fotografiert und zwar ihre drogenabhängige Mutter. Titel des Bildes: "Coral Ridge Towers (Mom Smoking)" Bis zu 400.000 Dollar zahlt man heute für ein Bild von ihr, eine Handvoll Assistenten kann sich die in Florida in eine gehobene Middleclass-Familie hineingeborene Minter nun auch leisten. Wahrscheinlich eine Genugtuung für viele entbehrungsreiche Jahre als erfolglose New Yorker Künstlerin. "Ich möchte die Menschen mit meinen Bildern verführen. Sie sollen von ihrer Leuchtkraft eingesaugt werden", so Minter in ihrer Monografie. Marilyn Minter
bis 12. Juni 2011
Deichtorhallen/Sammlung Falckenberg
Hamburg-Harburg. 
Näheres zur Ausstellung, siehe Link unten.
(KURIER.at) Erstellt am
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