Auge um Auge: Bizarre Bilder im Belvedere

Faszinierende und nicht selten morbide Gemälde von Marianna Gartner sind zurzeit unter dem Titel "An Eye For An Eye" im Belvedere ausgestellt.

Seltsam, morbide und auf eine eigene Art gruselig sind die Gemälde von von Marianna Gartner. Die oft befremdenden Sujets faszinieren gerade deswegen und ziehen schnell in ihren Bann. Zum ersten Mal sind gleich mehrere Bilder der Kanadierin in Österreich ausgestellt.

Zum Durchklicken ... Im Rahmen der Gruppen-Ausstellung "Von Engeln & Bengeln. 400 Jahre Kinder im Porträt" war ein Werk von Gartner bereits schon heuer in der Kunsthalle Krems zu sehen. Nun bekommt Garnter die Möglichkeit, hierzulande mehr Werke von ihr zu präsentieren. Die Malerin ist eine von zwei ausgewählten Künstlern im Jahr, die vom Belvedere eingeladen werden, ihre Arbeiten in Bezug zur Architektur, Geschichte und Sammlung des Belvedere zu setzen. Die Ausstellungsreihe nennt sich "Intervention", Marianna Gartners Arbeiten sind in mehreren Sammlungsbereichen des Oberen Belvedere bis zum 18. Dezember ausgestellt. Für ihre Intervention hat Gartner Gemälde vom späten 15. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert aus der Sammlung des Belvedere ausgesucht und Pendants geschaffen, in denen sie einzelne Aspekte der "Vor-Bilder" in ihre eigene Bildsprache übersetzte. Die großteils neuen Arbeiten Gartners werden innerhalb der Schausammlung neben ihren Referenzbildern präsentiert. Mit dem Titel An "An Eye For An Eye" (Auge um Auge) bezieht sich die Künstlerin auf ein Zitat aus dem Alten Testament, wobei die Betonung auf der "Angemessenheit" der Strafe liegt. Gartner will damit die Beurteilungsfunktion der Bild-Betrachter ansprechen. Denn die eigentliche Intervention findet immer nur im Auge des Betrachters statt.

Im Bild: Kuratorin Margit Brehm, Künstlerin Marianna Gartner, Belvedere Direktorin Agnes Husslein Arco (v.l.n.r.) Als Anregung zu Marianna Gartners Bildern, die schon in Toronto, New York, Zürich, Vancouver, Basel (Bild) und anderen Städten in Einzelschauen zu sehen waren, ... dienen der Malerin Porträtaufnahmen aus der Frühzeit der Fotografie. Mit den Zeitbezügen Gegenwart und Vergangenheit spielt die Kanadierin gerne in ihren Bildern, die abwechselnd in Berlin und Vancouver arbeitet. Wer Marianna Gartners "Einmischung" in die Sammlung des  Belvederes selbst beurteilen will:

INTERVENTION: Marianna Gartner 
An Eye For An Eye

15. September bis 18. Dezember 2011
Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 18 Uhr
Oberes Belvedere
Prinz Eugen-Straße 27
1030 Wie
(KURIER.at / mich) Erstellt am
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