© dapd

Frankfurter Buchmesse
10/14/2012

Arnies Autogrammstunde gestürmt

Arnold Schwarzenegger machte auf der Frankfurter Buchmesse Werbung für seine knapp 700 Seiten starke Autobiografie. Die Autogrammstunde wurde abgebrochen.

Arnold Schwarzenegger hat am Mittwoch seine Autobiografie "Total Recall" erstmals persönlich auf der Frankfurter Buchmesse dem europäischen Publikum vorgestellt und mit einer regelrechten Ansprache Appetit auf die knapp 700 Seiten über sein eigentlich "unglaubliches" Leben gemacht. Die Autogrammstunde Schwarzeneggers musste wegen des zu starken Andrangs abgebrochen werden. Die Sicherheitskräfte der Messe hätten ansonsten die Halle mit dem Stand seines Verlags absperren müssen. Dafür empfing der ehemalige Governeur von Kalifornien am Abend noch Journalisten im Nobelhotel um die Ecke. Dort wollte er keinen Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahlen favorisieren: "Ich schaue mir zuerst einmal die ausstehenden Debatten zwischen den beiden an." Enttäuscht, dass er in den USA nicht als Kandidat für die Präsidentschaft antreten darf, sei er schon, betonte aber: "Amerika hat mir alles gegeben: Ich wurde Weltklasse-Bodybuilder, Hollywood-Star und Gouverneur."

Über zu wenig Ansturm konnte sich die Steirische Eiche bei der Buchmesse nicht beklagen. Hunderte Menschen hatten sich um Autogramme angestellt und wollten eine Signatur des Schauspielers in ihrem Buch haben. Beim anschließenden Empfang stellte dich der "Governator" auch unangenehmen Fragen. Er habe etwa in seiner Autobiografie sehr wohl einen Teil seiner Affäre mit der Haushälterin und dem daraus resultierenden Bruch seiner Ehe gewidmet, weil "man die ganze Geschichte schreiben sollte" und fügte hinzu: "Wenn ich es nicht gemacht hätten, hättet ihr mich gefragt, warum ich es weggelassen habe."

Keine Empfehlung für US-Präsidentschaftwahlen

Zudem meinte der Ex-Gouverneur von Kalifornien, dass er die berechtigten Fragen der Bevölkerung beantworten wollte. Selbst im Falle, dass jemand Schlechtes oder Unwahres über ihn schreiben sollte, sei er "stark genug" damit umzugehen. Auch als der ehemalige US-Präsident Bill Clinton wegen seiner Affäre mit der Praktikantin ins Kreuzfeuer geraten war, habe er das als "unfair" empfunden, weil er "viel Gutes" getan habe.

Einen Vorteil aus ehemaliger Schauspieler habe er in der Politik deswegen gehabt, weil er bei der Schauspielerei eingetrichtert bekommen habe, nicht zu schauspielern, sondern er selbst zu sein: "In der Politik verstehst du dann, den Leuten in die Augen zu sehen." 

Zum Andrang auf das Podium. sagte er: "Das heute ist wie eine Premiere. Wäre ich wegen eines Films hier, würde ich sagen, dass es der größte Film aller Zeiten ist, mit atemberaubenden Stunts und `Geht ins Kino` und `Hasta la vista, baby` und `I`ll be back`. Aber heute ist es etwas anderes, heute geht es um mein Leben." Er habe dafür seiner Vergangenheit begegnen müssen, obwohl er das hasse.

Schwarzenegger gab in der knapp 20-minütigen Ansprache Einblicke in den Inhalt seiner Biografie und verglich sein Leben mit einer Fahrt mit ihm in seinem Wagen: "Schnall dich an, erster Gang: Da ist der kleine Bub in der Nachkriegszeit... Zweiter Gang: Der Bub erkennt, träumen allein genügt nicht. Man muss hart arbeiten. Habe trainiert und geschwitzt." Dann sei der Bub aus dem steirischen Dorf Thal der jüngste Mister Universum geworden, aber er habe "Hunger nach mehr" gehabt.

Anekdoten aus einem "unglaublichen" Leben

Anfang 20 kommt er nach Hollywood und keiner rechnete ihm Chancen im Showbusiness aus: "Deinen dicken Akzent kann man mit dem Schwert durchschneiden und dein Name ist das schlimmste überhaupt. Das wurde mir dort gesagt." Aber er habe sich durchgesetzt. Im "fünften Gang" wählten ihn die Kalifornier zum Governeur, "und plötzlich sitzt der steirische Bauernbub neben dem chinesischen Staatsoberhaupt."

"Und dann mit 180 km/h geht plötzlich nichts mehr. Mein Wagen hat eine Panne." Durch seinen Fehler sei seine Familie auseinandergebrochen. Doch er wolle aus der Niederlage lernen und rasch wieder aufstehen. "Nach harter Arbeit rennt mein Wagen jetzt wieder nicht so schlecht", so Schwarzenegger - und er sei immer noch hungrig. Ein neues Kapitel als Professor habe er in Angriff genommen: "Vom Terminator zum Governator und nun zum Educator."

 

Stolz auf Österreich

Doch bei seinen neuen Visionen spiele eine Kandidatur für ein politisches Amt in Österreich keine Rolle. Es gebe genug andere Möglichkeiten etwas weiterzubringen. Außerdem halte er nichts von "Karriere-Politikern": "Ich mag die Idee zu gewinnen und dann den Ring der Macht wieder an andere abzugeben." Sein Weg habe ihn in den akademischen Bereich geführt. Stolz sei er auf Österreich und dessen Vorbildfunktion in Sachen Wirtschaft wegen der beispielsweise geringen Arbeitslosigkeit und wegen der Umweltschutzmaßnahmen.

Schwarzeneggers Autobiografie erscheint aktuell in zwölf verschiedenen Ausgaben - darunter auf chinesisch, russisch und finnisch. Vor 20 Jahren sei er schon einmal gefragt worden, ein Buch über sein Leben zu schreiben. Damals hätte er aber das Gefühl gehabt, dass er noch nicht genug zu erzählen hätte.

Mehr zum Thema

  • Hintergrund

  • Kommentar

  • Hintergrund

  • Tipp

  • Hintergrund

  • Hauptartikel

  • Interview

  • Hintergrund

  • Interview

  • Kritik

 

 

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.