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© APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI / ALBERTO PIZZOLI

Kritik
05/06/2022

Schager und Groissböck: Zwei Meistersinger aus Niederösterreich begeistern

„Best of“ Richard Wagner bei den "Great Voices" im Wiener Konzerthaus (von Helmut Christian Mayer).

„Leb‘ wohl, du kühnes, herrliches Kind!“:  Sie ist wohl eine der schönsten und berührendsten Arien von Richard Wagner, wenn Wotan von seiner Lieblingswalküre Brünnhilde Abschied nimmt. Und sie wirkt noch beeindruckender, wenn sie so fein differenziert mit wunderbar weichen aber auch kraftvollen Tönen von Günther Groissböck gesungen wird.

Der aus Niederösterreich stammende, international gefragte Weltklassebass wusste mit immer exemplarischer Textverständlichkeit und edlem Wohlklang auch beim Gebet des König Heinrich aus „Lohengrin“ sowie dem „Wahnmonolog“ und der Schlussansprache des Sachs aus den „Meistersingern“ zu faszinieren.

Aber er war nicht der einzige Meistersinger bei diesem Konzert von „Great Voices“ im Wiener Konzerthaus.

Denn auch der ebenfalls in Niederösterreich geborene Ausnahmeheldentenor Andreas Schager (Artikelbild) faszinierte mit unerschöpflicher Energie und Kraft. Alle Spitzentöne waren da und wurden wohlklingend mit strahlender Leuchtkraft gesungen. Besonders der Hit „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ aus der „Walküre“ geriet ihm einnehmend schön.  Auch die Gralserzählung aus „Lohengrin“, die Romerzählung aus „Tannhäuser“ sowie das Preislied aus den „Meistersingern“ begeisterten.

Dazu sangen die Wiener Singakademie und der Landesjugendchor Wien den „Brautchor“ aus „Lohengrin“ sowie die Schlusschöre aus „Tannhäuser“ und „Meistersinger“ mit großer Homogenität und Stimmkraft.

Am Pult des ORF RSO Wien stand Alexander Joel, der souverän durch den Abend führte und die Musiker farbenreich, nuanciert, gefühlvoll, aber wenn angebracht, auch rauschhaft, saftig, aufwühlend und auf Überwältigung setzend, spielen ließ.

Dies hörte man auch beim Vorspiel aus dem 3. Akt von „Lohengrin“, der Ouvertüre aus „Tannhäuser“ wie beim „Walkürenritt“. Und als Zugabe gab es zur Freude des Publikums noch das „Schmiedelied“ aus „Siegfried“, bei dem Schager auf einen eigens hereingeschleppten Amboss mit Hämmern schlug!

Riesenjubel!

 

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