András Schiffs Abschied mit tiefen Empfindungen

Der Pianist Grigori Sokolow posiert am Klavier.
Sir András Schiff schließt das Kapitel Cappella Andrea Barca, die Formation, die er einst für Mozart-Aufnahmen gegründet hat.

Ende der 1990er-Jahre gründete der Pianist Sir András Schiff seine eigene Formation, um Mozarts Klavierkonzerte einzuspielen. Die Aufnahme ist längst Geschichte. Das Orchester, die Cappella Andrea Barca, führte er weiter. Jetzt nimmt er von seinen Musikerinnen und Musikern mit einer Tournee Abschied. Im Musikverein war zunächst alles wie gewohnt. Der Pianist leitete von seinem Bösendorfer 280CV das Geschehen. Mozarts Klavierkonzert in A-Dur, KV 488, geriet zur samtweichen Umarmung. Es hatte etwas Spielerisches, als er im abgedunkelten Saal das Podium bei Joseph Haydns „Abschieds-Symphonie“ in fis-Moll, Hob.1:45, verließ.

Raue Streicher

Den zweiten Teil hob Schiff mit der Ouvertüre aus Mozarts „Don Giovanni“ an. Die beginnt in d-Moll und endet in D-Dur. Wuchtig gestaltete er die Eingangsakkorde, führte das Orchester, als würde er die verschiedenen Motive des Stücks ineinander verschmelzen. Die Streicher klangen rau, Schönklang spielte keine Rolle. Dem Dirigenten ging es um Dramatik, um die Darstellung einer Figur.

Improvisationen

In diesem Sinn setzte er nahtlos mit Mozarts Klavierkonzert in d-Moll, KV 466, fort. Der Kreis zur einleitenden Tonart war geschlossen. In sich gekehrt gab er sich den Improvisationen hin. Subtil spielte er das „Don Giovanni“-Thema ein. Da wurde spürbar, wie eng Schiff mit der Musik Mozarts verbunden ist.

Das eigentliche Ereignis war die Zugabe. Mit absoluter Hingabe trug er Schuberts Klavierstück in Es-Dur, D 946/2, vor. 

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