Amadeus-Awards an arrivierte Acts wie Folkshilfe und Seiler & Speer
Seiler und Speer bei ihrem jüngsten Konzert in Wien.
Keine großen Abräumer gab es bei den „Amadeus Austrian Music Awards 2026“. Freitagabend stand die Verleihung der österreichischen Musikpreise im Rahmen einer Gala in der Wiener Marx Halle auf dem Programm. Aber einen überraschend alles dominierenden Act wie 2025 Rian gab es diesmal nicht.
Der Kärntner war damals das erste Mal nominiert gewesen, gleich in drei Kategorien, und gewann sie alle. Heuer war Rian zwei Mal nominiert, ging aber leer aus.
Stattdessen verteilten sich die Hauptpreise recht gleichmäßig auf arrivierte Acts.
Die vielleicht begehrteste Kategorie „Album des Jahres“ gewann die drei Mal nominierte Band Folkshilfe für ihren Longplayer „bunt“. Der Preis für „Ö3 Song des Jahres“ wurde Pizzera & Jaus für „Zweifelturm“ zugesprochen, den ebenfalls drei Mal nominierten „Seiler und Speer“ der für „Live Act des Jahres“. Letzteres kam wenig überraschend: Christopher Seiler und Bernhard Speer hatten vorigen Sommer als erste heimische Band das Ernst-Happel-Stadion mit 50.000 Besuchern restlos ausverkauft und damit einen Meilenstein für die Szene gesetzt. Mit einem zusätzlichen Award in der Genre-Kategorie „Pop/Rock“ war das Duo heuer der einzige Act, der mehrfach ausgezeichnet wurde.
Neue Talente?
„Die Amadeus Austrian Music Awards geben nicht nur etablierten Acts eine Bühne, sondern rücken auch neue Talente und Genre-Geheimtipps ins Rampenlicht. In diesem Jahr haben es 16 Acts erstmals auf die Shortlist geschafft!“ Das stand in der Presse-Aussendung des Amadeus-Veranstalters, als die heurigen Nominierungen bekannt gegeben wurden und das Publikums-Voting startete. Tatsächlich waren mit Acts wie Laurenz Nikolaus, ELSA, Ely Oaks, Seba Kayan und Tamara Flores jede Menge spannende junge Künstler auf der Nominierten-Liste. Bei den Gewinnen in den Genre-Kategorien bildete sich das aber nicht ab. Der Preis für „Electronic/Dance“ ging an Parov Stelar, der diese Kategorie seit 2012 dominiert hat und mit jetzt elf dieser Awards zu den meistausgezeichneten Künstlern zählt.
Wohl aufgrund der Vergabe-Kriterien, in die die Wertungen einer Fachjury, die Verkaufszahlen und das Publikums-Voting einfließen, waren auch in den meisten anderen Genre-Kategorien Langzeit-Dominatoren erfolgreich: Der Preis für „Hip-Hop/Urban“ ging an RAF Camora, „Jazz/World/Blues“ an 5/8erl in Ehr’n und der für „Schlager/Volksmusik“ an Melissa Naschenweng.
Die einzige Ausnahme dabei: Die Trophäe für „Hard & Heavy“ ging an Wiens lauteste Rock-Gang Vulvarine. Von den 16 zum ersten Mal Nominierten gewannen noch die Rapperin Nenda („FM4 Award“) und Caro Fux („Songwriterin des Jahres“). Während sich Oska in der Kategorie „Alternative“ durchsetzte, ging die dreimal nominierte Anna Buchegger mit ihrem tollen Album „Soiz“ leider leer aus.
Auftritte von aufstrebenden Talenten wie Päm, Nenda und Vulvarine standen genauso auf dem Programm wie Live-Darbietungen von Ina Regen, Lemo und Bibiza.
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